Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
128
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all' zu großer Vertraulichkeit mit seinen Nonnen. Allein Bayle,'der mit manchen Künsteleien Alles anführt, was über diesen Ge-genstand geschrieben wurde, muß zugebcn, daß diese Beschuldigungennicht gegründet sind, und daß dagegen die Verthcidigung deö Stifters,die ein Mönch seines Ordens schrieb, acht und unwiderlegbar ist.Uebrigens wurden Marbod und Gottfried, nach langer Zeit einesBessern belehrt, der Eine der Freund, der Andere der BeschützerRoberts von Arbrisselles. Wenn man daher seinen Ruf dieser beidenMänner ungeachtet zu verdunkeln sucht, so geschieht cs deswegen,weil die Pfeile des Neides stets auf das Verdienst, und besondersans den Eifer, gerichtet sind. Robert war allerdings die Geißel desLasters, und gegen dieses kämpfte er sogar bei den hochgestelltenPersonen. Ohne Unterlaß sprach er an das Ohr verstockter Sündervon dem schrecklichen Loose, das wegen ihrer Verbrechen ihnen anf-bcwahrt sei. Wer ihn kannte, verehrte ihn als einen Diener Gottes,und er starb in den Gesinnungen der zartesten Frömmigkeit am25. Februar 1116 in dem Kloster von Orsan in Berry im sieben-zigsten Jahre seines Alters. Sein Leichnam wurde nach Fontövraudgebracht, sein Herz aber den Töchtern von Orsan gelassen. ImJahre 1644 stellte der Bischof von Poitiers eine Untersuchung übermehrere Wunder an,, welche durch dessen Fürbitte gewirkt wurden.Man verehrte ihn nach seinem Tode unter dem Titel des seligenRobert; auch findet man seinen Namen in den Litaneien seinesOrdens. Er hat jedoch keine besondere Tagzeiten und man liest anseinem Festtage eine Messe von der heiligen Dreieinigkeit.

Sodann erklären die Tugenden des Stifters und seiner Schülerweit mehr, als das Blendwerk der Neuheit die Schnelligkeit, mitder sich der Orden verbreitete, nachdem Papst Pascal II. ihn imJahre 1106 bestätigt und im Jahre 1113 von der Gerichtsbarkeitder Ordinarien sreigesprochen hatte.

Die Dame Pctronille de Craon Chcmille war die erste Aeb-tissin, welcher Robert selbst bis an sein Lebensende in allem Ge-horsam ergeben war. Die Satzungen aber, die er seiner Anstaltgegeben hatte, waren etwa folgende: das Fleischessen war sogar denKranken verboten, den Nonnen unaufhörliches Schweigen und

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