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1 (1845)
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Disciplin erhalten sollte. Allein der Geist der Unordnung hattesich unglückseliger Weise in die Klöster cingeschlichcn und ließ sichnicht durch die Drohungen der päpstlichen Bulle aus ihnen ver-treiben.

Es wäre überflüssig, die Art und Weise, wie dieser leidigeVerfall vor sich ging, mehr im Einzelnen zu beschreiben. Es gleichensich die Klöster aller Orten und aller Zeilen niemals mehr, als wennsie auf dem Wege der Erschlaffung sind. So zeigten sich nun dieErscheinungen, die wir beim Verfall anderer Klöster aufgezählt haben,ganz genau auch bei Cisteaur. Das weltliche Leben der Aebte, ihrGeschmack an Pracht und Lurus, gaben den Mönchen ein gefährlichesBeispiel, welches bald unter ihnen Nachahmer fand; jede der Unord-nung zugcstandcnc Begünstigung weckte den Wunsch nach einerneuen. Hatte man heute die Erlaubnis; zum Genüsse des Fleischeserhalten, so wollte man morgen das enge und strenge Band derKlausur lockerer geknüpft sehen. Ein Jahrhundert hatte bedeutendeSummen erworben und sic durch eine genaue Verwaltung vermehrt,jetzt verschwendeten sie die Mönche im Schwindeltraumc zu eitlemUebcrflusse. In den Verbesserungsartikcln ferner vom Jahre 1403sieht man, daß sic sich mit ihren Ncichthümeru in ihren Klösternwie in einem Gefängnisse verbargen, aber außerhalb derselben einvcrgnügungövolles Leben führten, und man genöthigt war, unterAndern: zu verordnen,daß die Klostcrpforte zu den bestimmtenStunden pünktlich geschlossen werde, um das Aus- und Eingehen zuder Ordnung und dem guten Beispiele wenig geziemenden Stundenzu verhüten; daß ferner die Religiösen nur noch in ihrem Ordens-klcide im Lande herumreisen, oder auch einen Mantel und eineMütze darüber tragen sollten; daß sie nicht mehr die öffentlichenFestlichkeiten, Schauspiele und Schenken besuchen, und keine An-grifföwaffe mehr führen dürften, und daß, im Falle es nöthig wäre,sich gegen Hunde zu vertheidigcn, es mit Waffen geschehen sollte,welche den Ernst des Klosters erkennen ließen." ' Die Laien hattensich übrigens um so weniger über derlei Unfug zu beklagen, als sie

» Vergl. P- Hippolyt Helyvt's ausführliche Geschichte aller geistlichen undweltlichen Kloster- und Ritterorden. Aus dem Französischen überseht. Leipzig,1755. Bd. V. S. 418 und 419.