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1 (1845)
Entstehung
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durch zu erniedrigen, daß er au ihm verwundbare Seiten findet.Man bringt vor, der heilige Bernardus habe nur mittelmäßige Ge-lehrsamkeit besessen, bringe in bunter Mischung die heilige Schrift,die Kirchengcsetzc und Aussprüche der Coneilicn vor, und sei frucht-bar au Allegorien. Die Werke aber, die wir von diesem Kir-chenlehrer besitzen, beweisen seine Wissenschaftlichkeit, und was dieAllegorien betrifft, so wendet er sic nie in den Schriften an, welcheüber das Dogma entscheiden, und nicht auf sie gründet er denkatholischen Glauben, wenn er ihn gegen die Häretiker vcrtheidigt.Die berühmtesten davon, die er zu bekämpfen hatte, sind Abailard '

r Peter Abailard oder Abaillard wurde im I. 1079 zu Palez bei Nantesin der Bretagne geboren als der Sohn adeliger Aelteru, überließ seine» Ge-schwistern das Erstgebnrtsrecht, und widmete sich ganz den Wissenschaften.Nachdem er sich die nöthigen Vorkenntnisse erworben hatte, begab er sich nachParis zu Wilhelm Champeanr oder a Campellis, bewies in den damals üblichenWettstreiten dielen Scharfsinn und große Spitzfindigkeit, schien bald seinemLehrer zu verwegen, und kam so in eine feindselige Stellung zu ihm. Deß-halb und ans Neigung, selbst als Lehrer anfzntreten, verließ er Paris undgründete eine Schule zu Melnn bei Paris, in der seine Philosophie so vieleZuhörer anzog, daß die Hörsäle Wilhelms von Champeanr verödet wurden.Allein seine übergroßen Anstrengungen machten ihn krank, weßwegen er seineLehrstelle aufgeben und sich zur Erholung in seine Heimath begeben mußte.Glücklich genesen begab er sich wiederum nach Paris, 28 Jahre alt, versöhntesich mit Wilhelm, wurde aufs Nene sein Schüler, entzweite sich jedoch aber-mals mit ihm, und bekämpfte, obgleich selbst realistisch gesinnt, den Realis-mus Wilhelm's so sehr, daß dieser widerrufen mußte. Schon daraus kannman leicht abnehmen, daß in seinem Charakter viel Stolz und Uebermuthherrschte. Nach einiger Zeit faßte er den Entschluß, Theologie zu studiren.Zu dem Ende begab er sich nach Laon, wo der Archidiakon Anselmus eineberühmte Schule hatte. Aber auch diesmal zerfiel er bald mit seinem Lehrerund begann, ohne längere Vorbereitung, als die von einem Tage, seine sehr be-wunderten Vorlesungen über Ezechiel, ging dann nach Paris, wurde, obwohlLaie, Canonieus und hielt philosophische und theologische Vorlesungen.

Fulbert, ein Canonieus von Paris, hatte eine durch Geist und Schönheitgleich ausgezeichnete Nichte, und bat den Abailard, den Unterricht derselben inder Philosophie zu übernehmen. Allein bald wurden Lehrer und Schülerinvon heftiger Leidenschaft für einander entbrannt. Heloise (so hieß das Mädchen)vergaß ihre jungfräuliche Ehre, und Fulbert war der letzte in der ganzenNachbarschaft, der dieses vernahm. Zwar entfernte er den Abailard, den erzur Erleichterung des Unterrichts in seine Wohnung ausgenommen hatte,ans seinem Hause, allein letzterer entführte Heloisen, und brachte sie zuseiner Schwester in der Bretagne, wo sie bald einen Sohn gebar, der denNamen Astrolab erhielt. Um den Zorn Fulberts zu besänftigen, erbot sich nun