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des heiligen Bernardus und findet man hier so bittern Tadel gegendie Mißbräuche des Klosterlebens, so muß die Erbitterung der Un-gläubigen gegen das Mönchsleben befremden. Brauchten sie dennder Mißbilligung eines Kirchenvaters noch Etwas beizufügen? Ha-ben sie aber die Wahrheit nicht unwürdig verletzt, indem sie einVerderbniß, das der heilige Bcrnard nur einigen Klöstern vor-wirft, für allgemein ansgaben? Peter der Ehrwürdige, Abt vonClugny, war übrigens so klug, an einer Versöhnung mit Cisteaurzu arbeiten.
Ein Kämpfer für die Sache Jesu Christi, wie der heiligeVernarb cs war, konnte nicht in weichlicher Thätigkeit auf seinenLorbcern ruhen; so lange die Wahrheit und die Ehre der KircheGottes anderswo seine Gegenwart erforderten, konnte er im stillenSchatten des Klosters seine beschaulichen Hebungen nicht fortsetzcn.Mußte er ja doch in den Angelegenheiten der Kirche und der Staa-ten als Vermittler, ja gewissermaßen als Schiedsrichter auftreten,da die Fürsten ihm ihre strittige Sache überließen, und die Bischöfein den wichtigsten Angelegenheiten seine Entscheidung geltend wissenwollten. Mehr als ein Mal wurde sein Schutz dem Papste nütz-lich , wenn anders dieser Ausdruck sich mit der Achtung vereini-gen läßt, die ein einfacher Mönch dem heiligen Stuhle schuldig ist.Jnnoeenz II. verdankte seinen vielfachen Anstrengungen die Aner-kennung in Frankreich, England und Spanien, und Engen III., einSchüler des heiligen Bernard,.der im Jahr 1145 den heiligen Stuhlbestieg, suchte nicht vergebens bei ihm Schutz, und Hilfe gegen seineFeinde. Auch nahm der heilige Bernard Thcil an den im 1.1127im Orden der Templer Angeführten Milderungen, und vertrat in denStreitigkeiten der weltlichen Großen unter einander die Stelle einesVermittlers oder vielmehr eines Schiedsrichters, wie wir uns weiteroben ausgedrückt haben. Hatte er irgend eine große Unternehmungvollendet, oder hatte er über irgend einen Plan nachzudenken, sozog er sich in sein theures Jerusalem (wie er Clairvaur zu nennenpflegte) zurück, und Niemand hätte in diesem schlichten Mönche diehöchste Macht jener Zeit, den Helden der öffentlichen Meinungerkannt.
Je größer ein Mann ist, desto mehr sucht ihn der Neid da-