und Gilbert de la Porve, Bischof von Poitiers. Was nun diesebetrifft, so wirft man ihm vor, er habe sich zu stark ausgedrückt,
Abailard, die Helvise zu ehelichen: allein letztere wollte durch eine seltsameSchwärmerei hievon nichts wissen, weil Abailard, wie sie sagte, durch die Sor-gen für eine Familie in seinem Ruhmeslauf gehemmt würde. Endlich gab siejedoch den Vorstellungen Abailard's nach und die Ehe wurde geheim geschlossen,aber von Fulbert das Geheimniß bekannt gemacht. Da nun Hcloise alle An-fragen an sie wegen ihrer Verbindung mit Nein beantwortete, so schob Fulbertdie Schuld davon ans Abailard, zürnte diesem aufs Nene, und ließ ihnvon fünf gedungenen Schurken entmannen. Zur Zielscheibe des Spottes ge-worden, zog sich Abailard in das Kloster St. Denis zurück, wo er die Mönchs-gelübde ablegte und später die Weihen empfing; Heloise aber wurde Nonne zuArgentenil. Abailard war indessen düster und menschenfeindlich und somit eineLast für die übrigen Mönche geworden, weßhalb ihm die Klosterobern gerngestatteten, in einem zu St. Denis gehörigen Hanse wieder eine Schule zuerrichten. Er that dies und schrieb hier seine Introdueüo ml tkeoloAinm, eineSchrift, welche von der Synode von Soissons im I. 1120 verworfen und ver-brannt wurde. Nunmehr wiederum ins Kloster znrückgekehrt, reizte Abailarddie Mönche aufs Neue durch die Behauptung, Dionysius, der Areopagite, seigar nicht nach Frankreich gekommen. Dieses Mal aber mußte er, um Miß-handlungen zu entgehen, ans dem Kloster entfliehen, erhielt jedoch bald dieErlanbniß znm völligen Austritt und erbaute sich in der Nähe von Rogenteine Hütte, um in ihr als Einsiedler zu leben. Allein der Ruhm seines Na-mens sammelte bald wieder eine Menge Schüler um ihn, welche für sich Hüttenbauten und daselbst ein Kirchlein gründeten, welches Abailard Paraklet nennt,weil er Trost in demselben gefunden habe. Im Jahre 1126 wurde er sofortzum Abt von St. Gildas zu Rnys in der Bretagne gewählt, und. schenktenun sein Kirchlein Heloisen und ihren Nonnen. Der Bischof von Trohes erhobden Paraklet zur Abtei nnd Heloise wurde darin erste Aebtissin. Abailard aberhatte sich schon wieder als Abt durch finstere Strenge verhaßt gemacht, so daßihm seine Mönche sogar einmal nach dem Leben strebten. Darum verließ erseine Abtei und ging als öffentlicher Lehrer wiederum nach Paris. Alleinbald entdeckte hier Wilhelm, Abt von St. Thierri, nnd der heilige Bernardganz entschiedene Jrrthümer in seinen Schriften, besonders über die Lehre derTrinität. Ans der Synode von Sens im Jahre 1140 der Häresie überwiesen,appellirte er an den Papst, und um das mit mehr Nachdruck thun zukönnen, wollte er selbst nach Rom reisen, erkrankte aber auf dem Wege zuClugny, wo er von Peter dem Ehrwürdigen freundlich ausgenommen wurde.Derselbe Abt bewog ihn, das zu widerrufen, was in seinen Werken Anstoßgegeben, nnd die Ankunft des heiligen Bernard abzuwarten. Er that es und ver-söhnte sich mit dem Abte von Clairvaur. Von dem Papste erhielt er sodann dieErlanbniß, seine noch übrigen Lebenstage zu Clugny znzubringen, er wurdefreundlich gegen ihn gesinnt; allein Abailard starb am 2. April 1142 in einemAlter von 63 Jahren. Vergl. auch: bornin, esssi Inswiigue snr vnbbn;sde LIuZu^ p. 136 ss.