in der Rechtfertigung seines Ordens seinem Gegner Achtung, undgestand ein, daß jene Congrcgation das Werk von Heiligen war,unerachtct der Milderungen, welche ans Schonung gegen dieSchwächlichen Angeführt wurden. Aber man glaube ja nicht, erhabe die wesentlichen Mißbräuche gebilligt, welche sich in gewissenKlöstern eingeschlichcn hatten, — nein, gegen sie zog er auf's Schärfstezu Felde. ' Man sieht, sprach er, bei den Mönchen wirklich mehrereLaster unter dem Namen von Tugenden. Die Verschwendung wirdFreigebigkeit genannt, und Schwatzhaftigkeit Höflichkeit, unmäßigesLachen nöthigc Heiterkeit, Ueberfluß und Künstelei in Kleidung undim Gange schmückt man mit dem glänzenden Namen kluge Be-nützung des Lebens. Mit den Waffen des Spottes kämpfte er fer-ner gegen die Ausschweifung und Verzärtelung dieser Mönche inSpeise und Trank, gegen ihre Liebe zum Schmucke, gegen die Prachtihrer Gebäulichkeiten, gegen den Reichthum ihrer Meublcs. Wie,sagte er, soll sich all' dieses für Leute ziemen, welche das Gelübdeablegten, fürder der Welt abzusterben, die für Jesus Christus aufdie Freuden und Zierden dieses Lebens verzichten, die Alles mitFüßen getreten, was die Augen der Weltlichen blendet, welche Allesgeflohen haben, was die Sinne kitzelt und die Eitelkeit begünstigt.Auch darüber beklagt er sich bitter, daß einige Aebte, welche einVorbild der Geistcssammluug, Dcmuth und Buße für ihre Mönchescyn sollten, ihnen im Gegcutheil durch die Pracht ihrer Geräthe,durch fortdauernde Verschwendung, durch Feinheit ihrer Tafel unddurch ihren Verkehr mit Fremden an den Eitelkeiten der Erde Freudeund Geschmack einflößtcn. Solche Unordnungen entschuldigen, fährter fort, oder sie ansehcn, ohne die Stimme gegen sic zu erheben,hieße sie billigen und dazu ermuthigen. Liest man die Apologie
> Zu diesem Streit kam hernach ein anderer über den Zehnten, der nochweit heftiger war. Jnnocenz II. hatte nämlich im I. 1132 die Cisterzienser,unte.r" andern neuen Vorrechten, die er ihnen ertheilte, auch in Ansehung ihrerGüter von dem Zehnten befreit. Da nun unter diesen Feldgütern auch vielewaren, die den Cluniacensern zehntpflichtig waren, so wurden diese über dieFreigebigkeit des Papstes sehr unwillig, und gcriethen nicht nur mit denCisterziensern, sondern auch mit dem Papste selbst in heftige Streitigkeiten.Dieser Streit jedoch wurde llm Jahre 1155 unter bis jetzt unbekannten Be-dingungen beigelegt.