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1 (1845)
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Er allein jedoch, in beschauliche Hebungen vertieft, schien nicht zubemerken, daß diese körperliche Hülle den Faden des Lebens abzu-schnciden drohe. Ein so außerordentlich großer Eifer, den in einerEpoche, in der die Krcuzzüge anfingen, Jedermann würdig zuschätzen wußte, weckte in den Klöstern nicht nur eine thätige Nach-eiferung, sondern lockte aus der Nähe und Ferne so viele neueMönche her, daß der heilige Stephanus sich bald zur Gründungneuer Klöster genöthigt sah. Das berühmteste davon ist Clairvaur(OImm vnllis, Helles Thal), in dem sich der heilige Bcrnard imJahre 1115 in der Eigenschaft eines Abtes niederließ.

Hier nun nahmen seine früheren Vnßübungen einen so strengenCharakter an, hier nährte er seinen Körper mit so abstoßendenSpeisen, daß Kritiker, welche bei vorliegenden Thatsachcn in demheiligen Bcrnard entweder keinen sinnlosen Menschen und keinenblödsinnigen Schwärmer sehen konnten, glaubten, seine Lebensweisesei die Folge einer genauen Berechnung gewesen, und er habe, in-dem er sich den Aberglauben des gemeinen Volkes zu Nutzen machte,sich durch diese Mittel ein von nun an unerschütterliches Zutrauensichern wollen. Die Erzählung der Wunder, welche der heilige Bcrnardzu wirken gewürdiget ward, und welche authentisch bestätigt sind,wären nach dieser Meinung nur eine neue Schlinge, die Leicht-gläubigen zu bcthörcn. So erklären Bolingbroke und Moritz Döringdie Wunder der Gnade; allein zur Widerlegung ihrer kühnenBeschuldigung genügt, daran zu erinnern, daß alle Handlungen desheiligen Bcrnard das Gepräge der Demuth, der Zerknirschung, derLiebe und Geistessammlung an sich trugen, was man doch zugebenmuß, wenn mau anders nicht das Zeugniß seiner Zeitgenossen fürfalsch erklären, die Abgcnciglheit des heiligen Bcrnard gegen Ehren-stellcn und hohe Würden läugnen, sein ganzes Thun und Lassenmißkcnncn, und die Augen vor seinen Schriften schließen will.Man kann zwar leicht sagen, der heilige Bcrnard habe die Spracheder Heuchler gesprochen, aber man kann nicht ebenso, wie er, soheldenmüthige Gefühle der Demuth, der Liebe gegen Gott, und derFurcht vor seinem Gerichte ausdrücken, wenn man keine Seele hat,die sich ganz mit der Ucbung jener Tugenden beschäftigt. Und dieseWahrheit stand zur Zeit des heiligen Bcrnard so fest, daß die