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Demgemäß kann man ihn als den zweiten Stifter des Cisterzienscr-ordens anschen, jedenfalls aber mnß man ihn als den talent-vollsten und einflußreichsten Mönch in dieser Epoche betrachten.
Bcrnardus (1001 —1153) wurde in dem Schlosse Fontaines,in der Nähe von Dijon, geboren. Seine beiden Acltern stammtenaus einem der ersten Häuser ihrer Provinz. Gemäß der Erziehung,welche ihm seine fromme Mutter gab, zog er frühzeitig die Abge-schiedenheit des Mönchslebens und die Strenge des Klosters alleinAndern vor, ohne daß die Lebhaftigkeit seines Geistes geschwächtwurde. Es ist aber nicht seine Schuld, wenn er in einem Jahr-hundert geboren ward, das man das Zeitalter der Rohheit, derUnwissenheit und des Aberglaubens nennt, indem damals gar vieleMeinungen im Gebiete der menschlichen Wissenschaft irrig waren.Selbst Männer wie Abailard konnten diese Klippen nicht vermeiden.Allein der heilige Bernard besiegte mit einer beispiellosen Standhaftig-keit die Gefahren, und zeigte uns eine glänzende, ruhmvolle Laufbahn.Das Gcheimniß des Rufes, den der heilige Bernard sich erwarb,besteht gerade in jener bewunderungswürdigen Weisheit, oder viel-mehr in jener himmlischen Erleuchtung, kraft deren er im Innerndes Klosters die Ucbnugen des niedrigsten und vollkommenstenMönches vollzog, und außerhalb des Klosters mit Kraft und Nach-druck in den Angelegenheiten der Staaten und der Kirche entschied.Man bemerkte ferner an ihm, wie an den meisten Stiftern vonKlosterorden, eine Thätigkeit, welche nur ein fortwährendes Verlangennach etwas Besserem beurkundete, und die unaufhörlich zu neuenUnternehmungen anfeucrte. Doch jeder seiner Schritte ward miteiner eben so reifen und tiefen, als oft kühnen Ucberlegung abge-messen. Ist es also noch ein Wunder, wenn sofort der heiligeBernard, den die Gnade mit ihrem Lichte erleuchtete, alle seine Ver-suche mit einem guten Erfolge gekrönt sah? Und so brachte er dennnach Cisteaur Glück und überschwenglichen Segen, als er sich vorder Thüre nicdcrwarf und für sich und seine Genossen um Aufnahmein die Gemeinschaft bat. Man weiß recht wohl, wie er hier sei-nen von Natur aus schwächlichen Körper durch Martern, aufderen Abwechslung er sich trefflich verstand, abtödtcte, durch Fastenund Wachen ihn erschöpfte, und fast Unmögliches von ihm forderte.