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erschien jetzt dem Gaston im Traume, verhieß ihm die Erfüllungseiner Wünsche, und zeigte ihm sogar an, welche Kleidung er fürdie Zukunft wählen sollte. Der Kranke genas, und beide, Vaterund Sohn, gründeten voll Dankbarkeit im Jahr 1005 ihre bewunde-rungswürdige Anstalt unter dem Namen „Hospitalbrüderschastdes heiligen Antonius." Noch in demselben Jahre bestä-tigte sie der Papst Urban II. auf dem Coucilium von Clermont,und Gaston stand in der Eigenschaft eines Großmeisters den Ge-schäften der Hospitalbrüder vor. Ihre Kleidung war der der Welt-geistlichen ähnlich, nur war nach der Anweisung des heiligenAntoniuS Mantel und Soutane mit einem blauen Tau Antonius-kreuz) bezeichnet, welches sie nach Rittcrart in Schmclzarbeit aufder Brust trugen.
Solche Brüderschaften hatten in dieser Epoche nichts Außeror-dentliches. Diese aber hätte in der Geschichte der Mönchsorden,weil sie aus lauter Laien bestand, sogar keinen Platz gefunden,hätte nicht Papst Honorius III. ihnen im Jahr 1218 die dreiOrdens-gclübde abzulegen erlaubt. Eine neue Bestimmung erfolgte so-fort im Jahr 1297, in welchem Jahre Papst Bonifacius III. dieBrüderschaft in eine Congregation regulirter Canonikcr nach derRegel des heiligen Augustin verwandelte. Da aber das heiligeFeuer im Ilten und 12ten Jahrhundert eine sehr häufige Krankheitwar, so verbreitete sich dieser Orden, welcher allerortö wegen derrührenden Sorgfalt seiner Mitglieder für die Heilung der Krank-heiten und wegen ihrer edlen Gastfreundschaft günstige Aufnahmefand, ganz besonders in Frankreich, Italien und Deutschland, undgelangte bald zu einem gerechten Ruf und zu großen Neichthümcru.Päpste und Fürsten bezeugten ihm wetteifernd ihre Wohlgewogenheitund schmückten ihn mit bedeutenden Vorzügen und schmeichelhaftenVorrechten. Die Abtei St. Didier de la Mothc, der Hauptsitz desOrdens, war bis ins 17te Jahrhundert ein berühmter, vielbesuchterWallfahrtsort. Ncbrigens waren gerade diese scheinbar so günstigenUmstände der Anstalt schädlich geworden; denn von diesem Zeitab-
heit, welche nach nnd nach ans unserer Mitte verschwunden ist, und andernPlatz gemacht hat. Haben ja die körperlichen wie die geistigen Krankheitenihre besonderen Zeiten.