95
Schweiz, Livorno, St. Michael in Boöco in Calabrien (wo derheilige Stifter starb), bei Nancy, zu Neapel, Partdieu in der Schweiz,bei Pavia, zu Rom (Sb Maria der Engel), Trisnltri bei Rom, Turin.
Die Gcsammtzahl der Mitglieder des KarthänfcrordenS magin unfern Tagen die Zahl von 300 wieder erreichen. GegenwärtigerGencralvorsteher und Prior der großen Karthanse ist P. JohannBaptist Mortaise.
Hogiiinlilcr des heiligen Antonius.
Bald nach Errichtung des ersten Karthäuserklosters bildete sichauch in der Nachbarschaft von Grenoble eine Gesellschaft, welcheanfänglich nichts weniger als ein Mönchsorden, sondern blos eineWohlthätigkeitsanstalt war.
Gnerin, der Sohn Gaston's, eines Edelmanncs aus Bicnuois,wurde von einer gefährlichen Krankheit befallen, die damals nichtselten und gewöhnlich mit dem Verluste des Lebens oder wenigstensdes leidenden Gliedes begleitet war. Man nannte sie heiligesFeuer, Feuer des heiligen Antonius, Höllenfcuer, undsie hatte den zweiten Namen daher, weil im Ilten Jahrhundertviele von dieser Krankheit befallene Personen nach einer Kapelle zuSaint-Didier de la Mothe wallfahrteten, in der man die ReliquiendeS heiligen Antonius verehrte. Durch Anrufung seiner Fürsprachenun genasen Viele, und'die Wohlthat dieser Vermittelung wurde mitum so größerem Danke verkündigt, als das kranke Glied ohne über-natürliche Hilfe schwarz und dürr wurde, wie wenn es verbranntworden wäre. Manchmal endete das Uebel mit einer Fäulnis;, inderen Folge der angegriffene Theil wcgfiel. Neuere Aerzte identl-fiziren diese Krankheit mit dem Erysipclas (Rose), i Gaston nun,von einer innen: Unruhe gefoltert, gelobte dem heiligen Antonius,daß er, wenn dieser Heilige sich würdige, durch seine Fürbitteseinem Sohne die Gesundheit wieder zu schenken, sich und diesensammt all' ihren Gütern der Linderung der von dem heiligenFeuer befallenen Kranken widmen und zu diesem Zwecke neben derKirche ein Hospital errichten wolle. Der heilige Antonius aber
^ Ihre Meinung scheint jedoch nicht sehr gegründet zn sein. Wahrschein-licher ist daher das Feuer des heiligen Antonius, wie der Aussatz, eine Krank-