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dieselbe Bescheidenheit und dieselbe Standhaftigkeit; Wilhelm Rinaldiverharrte ebenfalls in diesem Stande.
Die wenigen Nonnenklöster dieses Ordens verdienen kaum er-wähnt zn werden, denn es gab deren nur fünf, indem cs nachden Statuten verboten war, für die Zukunft neue zu errichten; einvernünftiges Verbot, in so fern die äußerste Einsamkeit, welche zuder Strenge der Karthänser gehört, im Allgemeinen sich für Per-sonen dieses zarten Geschlechtes nicht schickt, und insofern die Milde-rungen, die man rücksichtlich ihrer Schwäche wohl hätte einführenmüssen, mit der Zeit vielleicht die alten Gebräuche des ganzenOrdens erschüttert haben würden. Die Nonnen dieses Ordens hattenmehr laute Gebete als die Mönche; die Gebräuche bei der Ein-weihung der Jungfrauen, welche man in ihren Klöstern uncigent-lich Diakonissinen nannte, sind ziemlich merkwürdig. Sie empfingendieselbe erst im fünf und zwanzigsten Jahre, und behielten bis zudiesem Alter stets den weißen Schleier bei; die Einsegnung geschahdurch den Bischof, welcher ihnen Stola, Manipulum und einenschwarzen Schleier gab; das Manipulum wurde an der rechtenHand befestigt, und der Bischof sprach, indem er ihnen diese Aus-zeichnungen gab, dieselben Worte, wie bei der Auswcihung derDiakonen und Subdiakonen. Diese Auszeichnungen trugen sic amTage ihrer Einweihung und in ihrem Jubiläumsjahr, d. h. wennsie fünfzig Jahre im Kloster gewesen waren, und man beerdigte sieauch mit denselben. '
UebrigenS darf man aus dem Gesagten nicht im'Allgemeinenfolgern, die Strenge der Karthäuserrcgel habe die Mädchen, welchefür den Nonnenstand berufen waren, zurückschrecken und ihnen dieLust dazu nehmen müssen. Die Erfahrung bestätigt das Gegentheil:„denn die strengsten Klöster, sagt Bergier, 2 sind die, welche am
* Wann und dun wem diese Klosterfrauen gestiftet wurden seien, läßt sichhistorisch nicht ermitteln. Ihr erstes uns bekanntes Kloster ist jenes zu Premolbei Grenoble, welches von Beatrir von Mvntferrat im Jahre 1234 gestiftetwurde, und als das Mutterhaus der andern Franenklöster dieses Ordens ange-sehen wird. Indessen verbreiteten sich diese Karthäuserinen nicht über dieGrenzen Frankreichs und beschränkten sich auf 12 Klöster, von denen im An-fänge des achtzehnten Jahrhunderts blvö noch fünf bestanden.
' Viotivn. tlroolo§. V, t-Imrets.