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1 (1845)
Entstehung
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Der Viehstand einer jeden Karthause wurde später ans dasMarimum von 1200 Schaafen oder Ziegen, 60 Kühen, 6 Mast-ochscn, 16 Hengsten freigebig genug beschränkt. Auch die ursprüng-liche Anzahl der Mönche und Hausgenossen eines jeden Klosterserlitt manchfache Modifikationen. So hatte z. B. die große Kar-thause im Jahr 1715- 55 Mönche, eben so viele Laienbrüder,140 Donaten > und andere dienende Hausgenossen und ein Ein-kommen von 40,000 Livres. Der einfache Kirchenschmnck mußtenatürlich der Pracht weichen, und die prachtvolle Karthause zuNeapel soll allein an Gemälden und andern Kunstwerken für mehrals 500,000 Livres Wertstes besitzen. Die obcrn Aemter einer jedenKarthause sind: der Prior, ein von ihm erwählter Vicar oder Proeura-tor, welcher neben der Aufsicht über die Eonversen oder Laienbrüderund Oblaten auch die ganze Verwaltung des weltlichen Hausstandesbesorgt, die Portionen an die Mönche vcrtheilt und der für seinenGebrauch ein Pferd halten darf. Das strenge Stillschweigen wirdwöchentlich ein Mal durch eine allgemeine Gesprächsstunde, wobeireligiöse, jedoch auch andere passende Gegenstände besprochen werden dür-fen, unterbrochen. Auf Reisen, im Aufträge des Ordens, erhält jederMönch einen sogenannten Zwangspaß, in dem ihm Zeit und Straßegenau vorgeschriebe» sind. Generalkapitel sollen jährlich in der großenKarthause gehalten und dabei die Klosterbcamten gewählt werden.

Dieses nun sind die Bestimmungen, welche nach und nach im Kar-thäuserorden cingeführt wurden, und die Religiösen fanden an ihrerStrenge so großen Reiz, daß sie ihre Klöster dem prachtvollsten undglänzendsten Weltlebcn vorzogen. Gcneralpriore weigerten sich, ihreAnstalt wegen des Cardinalats zu verlassen. Johann Biral, Gencral-prior, hatte den Purpur abgelehnt; Elzcar, sein Nachfolger, zeigte

l Donati und Oblati heißen entweder die Kinder, welche schon in ihrerfrühen Jugend von den Aeltcrn dem Kloster gewidmet wurden, oder Erwach-sene, welche sich und ail' ihr Hab und Gut dem Kloster Hingaben, und ent-weder wirkliche Mönche oder Laienbruder (dienende Brüder) wurden. Einedritte Gattung von Oblaten waren diesenigen, welche ihre Güter dem Klosterunter der Bedingung schenkten, daß man sie, sobald sie es verlangen würden,zu den Mönchen zählen und in das Kloster aufnehmen sollte. Eine vierteGattung gab sich selbst, ihre Familie, alle ihre Leibeigenen und Nachkommenund Güter zu Dienern und Knechten hi», und nahmTheil an allen klösterlichenAndachten nnd guten Werken.