Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
54
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Kloster zum Weltheiland in Aniane. Der Ruf vou der Strenge,die mau da beobachrete, veranlasse fromme Einsiedler, sich hier nic-derzulasscn; bald wurde das Kloster voll, und der Heilige war mitHilfe seiner Schüler mit der Verbesserung anderer beschäftigt. AlsLudwig der Fromme den Thron bestieg, setzte er ihn znm Aufseherüber alle Abteien seines Reiches mit dem besonder» Auftrag, inihnen eine nützliche Verbesserung einzuführcn. Die Früchte diesesAuftrages, welchen der heilige Benedikt erfüllen mußte, seineOon-oorclia regulnruin" geben uns den Inhalt der Regel des heiligenBenedikt, so wie den der Regeln der andern Patriarchen des Kloster-lebens an; der Zweck ihres Verfassers aber war, die Einheit jenergroßen Männer in den von ihnen vorgeschriebenen Uebungen dar-zustellen. Seine Anforderungen an die seiner Verbesserung unterwor-fenen Klöster waren nicht so streng, als man nach seinen erstenHandlungen hätte erwarten können. Daher kam es vielleicht, daßdie Statuten, welche im Jahre 817 von dem Concilium von Aachenfür die Wiederherstellung der Klosterzucht entworfen wurden, theilsnicht strenge vollzogen wurden, theils nach dem Tode des Ver-besserers gänzlich in Vergessenheit kamen.

Sechstes Kapitel.

Kanoniker. Commenden. Clngny.

Der Fehler ungeachtet, welche der heilige Benedikt von Anianemit allem Kraftaufwand nicht austilgen konnte, halten die Klösterstets noch einen bedeutenden Ruf, und sie waren insbesondere, weilsich in ihnen noch der Herd der Wissenschaft befand, von dem allesLicht ausging, für alle diejenigen nöthig geworden, die sich in Kunstund Wissenschaften Hervorthun wollten; zudem war der sittliche Zer-fall einiger Mönche in den Augen des Volkes nicht bekannt. AusAlles, was damals des Menschen Geist erfand oder ausarbeitete,auf Alles, was des Künstlers Hand verfertigte oder sammelte,konnten die Klöster und Klosterschulen Anspruch machen; denn ihnengebührte die Ehre, die Anfangsgründe dazu gelehrt zu haben.