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1 (1845)
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Canonikcr.

Die Verehrung gegen den Ordensstand, die stets so tief im Volks-geiste eingewurzelt war, besonders aber die erhabenen Beispiele, mitderen Glanz die Klöster noch erfüllt waren, weckten bei den Welt-geistlichen eine fromme Nacheiferung, und sic faßten ihrerseits denPlan, auch ihre Lebensordnung zu verbessern. Die Mönche warenPriester geworden, ohne dabei Etwas verloren zu haben, die Priesterwollten Mönche werden, in der freundlichen Hoffnung, in diesemStande viel an Strenge und an Einfluß zu gewinnen. Hiebei wirdman leicht die Bemerkung machen, daß dies merkwürdige Ereignißin einer gewissen Beziehung unsere weiter oben über die Erschlaffungder Klöster ausgesprochene Behauptung zu widerlegen scheint.Wenigstens bestärkt es dieselbe nicht, außer wenn man, wie auchgeschehen muß, jene Erschlaffung blos als eine Ausnahme unter denvielen Klöstern ansieht, von denen die meisten noch Wohlan-ständigkeit und ihre Regel beobachteten. Ohne dieses wäre esschwer, zu erklären, warum in den frühern Jahrhunderten allefrommen Anstalten ein klösterliches Aussehen und einen klösterlichenCharakter erhielten. Und endlich mußte das Uebermaaß von Unord-nungen die Menschen nothwendig wieder auf den Pfad der Tugendgeleiten.Gerade dies, bemerkt Belgier,' mißfällt den Feindender Religion. WaS hilft es, werfen sie uns vor, Anstalten zuerrichten, Regeln vorzuschrciben, Reformen einzuführen, welche wegender unüberwindbaren Neigung der Natur in Verfall gerathen undihr Schicksal mit allen ihnen vorangegangencn theilen müssen? Diesscheint mir gerade so viel, als wenn man fragen wollte: was hilftes, einem Kranken die Gesundheit wieder hcrzustcllen, der doch überkurz oder lang wegen des unvermeidlichen Schicksals der Naturwieder in eine andere Krankheit verfallen wird? Gerade weil derMensch von Natur aus zur Unordnung und zum Laster Hang hat,muß man unermüdlich ihm zu Hilfe kommen und ihn nach seinemFalle wieder aufrichten. Sollte eine nützliche Anstalt, eine heilsameVerbesserung auch nur ein Jahrhundert dauern, so ist doch dieseswieder für die Tugend gewonnen."

Schon der heilige Augustin hatte ums Jahr 400, als er Bischof

r victiomiiure Nieoloxl^ue V. tl/ianor/ie.