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1 (1845)
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Dicse schnelle Verbreitung der Regel deS heiligen Benediktusist nicht allein der Milde ihrer Gesetze und der Unterstützung znzu-schreiben, welche ihr die Päpste seit Gregorins dem Großenangedeihcn ließen, sondern verschiedene Umstände trafen zusammen.Die Benediktiner drangen als wahre Glaubensapostel nach allenOrten vor, wohin der Strahl der Christuslehrc noch nicht gedrungenwar. Als wahre Missionäre brachten sie mit der neuen Lehre denungesitteten Völkern mildere Sitten. Denn, was ein ganz günstigerUmstand war - sie machte Händearbcit zur Pflicht, und mankonnte cs ohne Nacheiferung nicht ansehen, wie durch sie unan-gcbaute Gegenden, gleichsam von einem Zanberschlag getroffen, inwunderbar zubcreitetcs Land sich umwandeltcn, und wie an derStelle elender Hütten sichere und feste Wohnplätze sich erhoben. Ja,ganze Städte, wie Eichstätt, Fritzlar, Fulda, verdanken ihren Ursprungder Gründung von Klöstern. Deutschland, das mehr als irgend einanderes Land die glücklichen Früchte dieser Thätigkeit cinheims'te,machte damals in den Künsten des Ackerbaues und in allein klebri-gen, was die Civilisation vorbereitet, Niesenfortschritte.

Diese Wohlthaten aber müssen um so höher geschätzt werden, alsman sonst überhaupt noch weniger begreifen könnte, daß man geradedurch solche Mittel in diesem Zeitabschnitte den Völkern das Ehristen-thum einprägte, das in vorzüglich hohem Grade den Charakterseines himmlischen Stifters an sich trug. Von einem unermüdlichenFeuereifer beseelt, der ihn selbst im Alter, wo er sonst häufig er-kaltet, nicht verließ, wurde durch dieses Mittel der heilige Winfried(680755), bekannt unter dem Namen Bonifazius (Wohlthäter),den er in Rom erhielt, der Apostel der Deutschen. Die ersten Be-mühungen irländischer Mönche in der Heidenbekehrung wurden balddurch die seinigen verdunkelt. Es schien, als treibe ihn ein Geist,der ihm keine Ruhe gestattete, Friesland, Thüringen, Hessen undBaiern zu durchreisen; überall, wo er gewandelt, erhoben sich

z. B. im Jahre 768 Hetto ans dem edeln Geschlechts der Grafen vonSnlgen anvcrtraut. Große Geister jener Zeit lehrten bereits damals znReichenau, und der heilige Wolfgang, der Bischof von Regensbnrg, holtehier seine Bildung und Gelehrsamkeit Die Bibliothek dieses Klosters soll zurZeit des Constanzer Cvncils (1414) eine der besten in ganz Deutschland ge-wesen sein.