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1 (1845)
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Kirchen und Klöster, und unter diesen letztem die Abtei Fulda, ldie so lange Zeit die Pflanzschule großer Männer war, welcheWissenschaft mit Frömmigkeit in sich vereinigten.

Wenn man mit dem Christenthume bei den heidnischen Völkernauch den bald entwickelten Keim zu Klöstern verbreitete, so gährteauf der andern Seite im Innern der Klöster eine Umänderung,welche noch die tiefe Achtung, die sie bereits genossen, vergrößern undfolglich ihre Vermehrung begünstigen mußte. Die Regel des heiligenBenedikt erlaubte das Lesen erbaulicher Schriften; allein bald dehnteman diese Erlaubnis? so weit aus, daß man, unerachtct der formellenMißbilligung einiger Kirchenväter, sich wissenschaftlichen Uebungenhingab, und daß selbst heidnische Schriftsteller Freunde und Be-wunderer in den Klöstern fanden. Cassiodorus (470 560), einZeitgenosse des heiligen Benedikt, gab nicht erfolglos ein so glän-zendes Beispiel von diesem Eifer für die Wissenschaften. Nur demEifer der Mönche verdanken wir cS, daß Handschriften, die bei Er-richtung von Bibliotheken gesammelt wurden, einen großen Theilder alten klassischen Literatur, die sonst unfehlbar für uns verlorengegangen wäre, retteten. Die Mühe des AbschrcibenS war übrigensnicht immer eine mechanische Arbeit, und die leuchtenden Strahlen deralten klassischen Literatur mußten den Geist erhellen und neue Ge-

^ Die alte Buchau (Dndwiün) au dem Flüßchen Fulda (Vulünlm, vonvollen, vollmache», uut> <>lin, Wasser), wurde von König Carliuanu demheiligen Bonifazins zur Gründung eines Klosters geschenkt. Schon im Jahre 744bezog der heilige Sturm das im Jahre 745 fertig gewordene Kloster, das denName» Fulda erhielt, als erster Abt. Und schon nach wenigen Jahren lebten500 Mönche unter seinem Dache. Die neue Anstalt hatte sich des besten Fort-ganges zu erfreuen. Es blühte Zucht und Ordnung in derselben, auch wissen-schaftliche Beschäftigungen kamen zu Ehren, und die hier gegründete Kloster-schnle war eine der bedeutendsten nicht nur in Deutschland. Aber auch derReichthnm wuchs über alle Maßen. Es ist eine durch die ganze Geschichtedes Mönchthnms hundertfach bewährte Wahrheit, daß die Blüthe eines Klostersdurch die treue Erfüllung der Ordensregel bedingt ist. Zn Fulda nun tratleider schon im Jahre 940 ein völlig weltliches Leben an die Stelle der strengenObservanz. Manche Mönche verließen auf eigene Faust das Kloster und ver-heiratheten sich. Und von nun an sehen wir Fnlda's Glanz sich immer mehrund mehr verdunkeln; schwere Unfälle sollten über die Gemeinde kommen undschlechte Wirthschaft der Aebtc den Mönchen manches Leiden bereiten. ImJahre 1803 verfiel auch dieß Kloster der allgemeinen großen Säkularisation,dagegen ist Fulda im Jahr 1828 Sitz eines Biöthums geworden.

Gesch. der Mönchsorden. I. 4