Pctronar zu bereden, über den Ruinen von Monte Cassino, welche bisjetzt nur noch Anachorcteu zum Aufenthaltsorte gedient hatte, einneues Kloster zu bauen, und jetzt erstarkte sichtbar die neue Anstalt.Papst Zacharias befreite diese Genossenschaft von der Gerichtsbarkeitder Bischöfe. Bald begannen die Vergabungen der Großen an sie,allein auch ein neuer Sturm drohte ihr. Nach wiederholten An-griffen und Plünderungen erschienen im Jahr 884 die Sarazenenzum dritten Male, erschlugen den Abt Berthar am Altäre und zer-störten Monte Cassino und St. Salvator; die Mönche hatten sichin das Kloster zu Tcano gerettet.
St. Salvator wurde bereits 886 und Monte Cassino 904wieder aufgebaut. Die Darstellung des weiteren Schicksales über-schreitet unfern Plan. Nur so viel wollen wir noch bemerken, daßgerade in diesem Kloster schon recht frühe der Geist Bcnedikl's undseiner Regel entflohen war, und cs Jahrhunderte lang zum Schau-platz der unglückseligsten Verwirrungen wurde. Stolz auf den Ruhm,die Wiege und gewissermaßen die Mutter aller Bencdiktinerklöstcrgewesen zu sein, schmückte diese Brüderschaft ihre Aebte mit denglänzendsten Ehrentiteln und nannte sie Aebte aller Aebte, Patriar-chen der heiligen Religion. Der Rcichthum und der hohe Ruf, dendie Abtei von Flcury, die unter der Herrschaft des Königs Chlodo-wig II. um das Jahr 640 > gegründet wurde, alsbald erlangte, be-
r Die Kirche dieser alten Abtei kann man nnter die alten Denkmale zählen,welche der gewaltigen Zerstörungswnth der Revolution entwischten. Die Nor-mannen legten die Abtei im neunten Jahrhundert zwei Mal in Asche; alleinCarloman ließ die Kirche zur heiligen Maria beinahe wieder ebenso bauen,wie sie einst gewesen war. Sie hatte ehedem zwei große Thore, das eine nnterdem Sankt Michaelsthurm, das andere gegen Norden. Das letztere, welchesgegenwärtig vermauert ist, nahm die Aufmerksamkeit des Don Mabillon inAnspruch, der seine Erbauung in das achte und neunte Jahrhundert verlegte,und ans seinen Rath versahen cS die Mönche mit einem Dache, das »och vor-handen ist. Besonders sind die metallenen Augen der Bilder merkwürdig, mitdenen die Vorderseite und die Vorhalle geschmückt sind. Das Haupt-Basreliefder Vorderseite stellt die Versetzung der Reliquien des heiligen Benedikt undder heiligen Scholastika vor, eines der Denkmale von dem Prunke der Bene-diktiner. Der Sänlengang des Sankt Michaels-ThnrnieS zeichnet sich durchseine riesenmäßige Bauart und durch die seltsame Gestalt der Bilder ans. DasGewölbe der Vorhalle, bestehend ans doppelten Schwibbögen, wird von sech-zehn Pfeilern getragen, von denen sich an jeden vier Säulen anreihen; ihreKapitale, von bedeutender Dimension, sind mit Basreliefs verziert. In dem