nediktinerorden in den verschiedenen Provinzen der abendländischenKirche verbreiten. DaS Leben des heiligen Bcnediktus, daö dieserPapst schrieb, ein Werk, das in Betracht der Tugenden des Heldennothwcndig einem Panegyrikns gleichen mußte, bezeugt zu entschie-den die tiefe Verehrung des Papstes gegen den heiligen Benediktund seine Regel, als daß es befremden könnte, wie er sich seinesEinflusses bediente, um derselben allmählig in den italienischenKlöstern Aufnahme zu verschaffen. Der Abt Augustin, den er mitvierzig Benediktinern zur Bekehrung der Angelsachsen absaudte, führtesie in England ein, von wo aus sic sich in Irland verbreitete. DiesBeispiel war erfolgreich. Klöster, welche bis jetzt Cassian's Vor-schriften gefolgt waren, vertauschten ihre früher» Ordensgesetze frei-willig und gern mit der Regel des heiligen Benedikt, und zwarum so lieber, da beide ihre Hauptgrundsätze mit einander gemeinhatten. Die Schüler des heiligen Columban aber unterwarfen sichum so freiwilliger den milden Gesetzen der Benediktiner, da die ihresStifters mit der Zeit härter geworden waren.
Vom sechsten bis zum neunten Jahrhundert blühte der Ordendes heiligen Benedikt mit stets wachsendem Glanze und dehnte sichso ungeheuer aus, daß er in einzelnen seiner 37 Provinzen ganzeKönigreiche, wie Schweden und Böhmen, Dänemark u. s. w. um-faßte, und vor der französischen Revolution und der großen deutschenSäkularisation 37,000 Häuser zählte. Nach Feßler's Berechnunghat er innerhalb 15 Jahrhunderten, außer 4000 Bischöfen, 1600Erzbischöfen, 200 Kardinälen, 24 Päpsten (Raumer nimmt in seinerGeschichte der Hohenstaufen deren 32 an) der Welt 15,700 Schrift-steller geliefert. Und noch blüht der Orden in Italien und Oestreich,zum Theil auch in Frankreich, und das königlich Baicrische Rcscriptvom 20. Dez. 1834 eröffnet«.' ihm in Deutschland eine neue Aera.
Doch kehren wir zu Monte Cassino zurück. Die Langobardenzerstörten im Jahr 580 dies Kloster. Der Abt mit allen seinenReligiösen hatte sich mit den schätzbarsten Mobilien des Klosters undder geschriebenen Originalregel nach Rom geflüchtet. Bald erhobsich mit des Papstes Pelagius II. Erlaubniß neben dem guirina-lischcn Palast ein Kloster, in dem sie 140 Jahre wohnten. ImJahre 720 gelang eS dem Papste Gregor II., den Brescianer