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heiligen Scholastika, der Schwester dieses Patriarchen, welche dieStistcrin und Schutzheilige der Nonnen vom Orden des heiligenBenedikt ist.
Das ganze Leben dieses Heiligen hat mit dem der Gründervon Klöstern, so wie man sie damals häufig sah, so viele Aehnlich-keit, daß man auf Erwartung außerordentlicher Erfolge keinRecht hatte. Worin sich der heilige Benedikt von ihnen unterscheidet,ist der Umstand, daß er seinem Kloster den Zeitverhältnissen und derNatur der Oertlichkeit gemäß eine Regel gab, welche alle damalsbekannten Gesetzgebungen dieser Art an Festigkeit der Grundlageund an Mäßigung der Nebungcn, die sie vorschrieb, übertraf, undso wurde er der Stifter eines Ordens, der lange die hohe Ehregenoß, in der römisch-katholischen Kirche der einzige zu sein. Wirwollen nun, wenigstens in den Hauptpunkten, diese Regel, derenEntstehung man gewöhnlich in das Jahr 515 versetzt (nach einerandern Ansicht wurde sic nach der Gründung der Anstalt auf demMonte Cassino im Jahre 529 geschrieben), mehr in ihren Einzel-heiten betrachten. > Unsere Bemerkungen werden um so gütiger aus-genommen werden, da diese Regel die Grundlage aller spätemOrdensregeln wurde.
Um das feste und dauerhafte Bestehen der Einrichtungen, zudenen der heilige Benedikt den Plan entworfen hatte, zu sichern,mußte man die Aufnahme in die Klostergemeinschaft erschweren. Esgenügte nicht mehr, daß der Fremde, der ausgenommen zu werdenwünschte, blos seine Neigung ausdrückte; nein, er mußte sich währendeiner bestimmten Zeit (man stellte sie bald auf ein Jahr fest) einerProbe unterwerfen, deren Erfolg zeigte, ob er im Stande sei, alleVorschriften der Regel zu erfüllen. Diese'Zeit wurde Noviziat ge-nannt; und damit man sich nachher nicht über Täuschung beklagenkonnte, so waren die im Noviziat auferlegten Hebungen in Ver-gleichung mit den andern eher strenger als leichter. Blieb Einerseinem Entschlüsse treu, so mußte er ein feierliches Gelübde ablegen,
> Die angebliche Urschrift der Regel, die in Monte Cassino gezeigt wird,soll später» Ursprungs und die älteste bekannte Abschrift (aus dem achten Jahr-hundert) im Kloster Fliesten (in Baiern) anfbewahrt worden sein. AieAelbauerUisl. liier. 0. 8. L. Hl., 8.