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Außerdem machte sich ,'u einer Zeit, in der Unruhen undbürgerliche Bewegungen große Vergehen hervorricfen, die Hoffnungund Meinung geltend, als wäre man durch Klostergründungcn oderdurch Schenkungen an Klöster so glücklich, seine Fehler kleiner zumachen. Der Eintritt in ein Kloster zeigte sich im Oeeident überdiesin einem sür die menschliche Schwäche weniger cntmuthigendeuLichte; denn man verlangte schon nicht mehr eine so strenge Beob-achtung der Gesetze und sobald die Hündcarbeit aufhörte, eine erzwun-gene Uebung zu sein, drangen die Annehmlichkeiten des Studiumsin die Zellen der Mönche.
Allein mit der Vermehrung der Klöster schlichen sich unglück-seliger Weise auch Mißbräuche und Unordnungen unter die Mönche.Freilich hatte jedes Kloster seine Regel, allein Willkühr trat andie Stelle des Gehorsams. Allenthalben konnte man das Bedürf-niß einer weniger unvollkommncu Regierungsform mit den Hän-den greifen; es fehlte an einem Baude, das die Klöster untereinander vereinigte. Der heilige Benedikt, Patriarch der abend-ländischen Mönche, schuf es, und fing an, wenigstens dem Letz-teren Genüge zu leisten.
Der heilige Benedikt wurde zu Nursia, jetzt Norcia, einemStädtchen Umbriens, als der Sohn wohlhabender, nach Anderngar adeliger Acltern geboren. Diese schickten ihn in die öffentlichenSchulen nach Rom; allein das unordentliche Leben, dessen Gemäldevor seinen Augen entfaltet wurde, verwundete sein jugendliches Herz;er entfernte sich in seinem vierzehnten Jahre und brachte die Hoff-nung auf Erwerbung eitler Kenntnisse dem sehnsüchtigen Verlangen,die wahre Weisheit üben zu können, zum Opfer. ^
Zu diesem Ende ging er in die Einöde von Subiaco bei Pale-striua in den Apenninen und verbarg sich in einer tiefen Höhle,in der er drei Jahre lebte, damit beschäftigt, die unreinen Flammender Begierlichkeit durch Mittel zu beschwichtigen, deren Erfolg dieWirksamkeit beurkundete. So zog er eines Tages seine Kleider aus,und wälzte sich ganz blos in den Nesseln und Disteln, die sich inseiner Nähe befanden. Hirten entdeckten endlich im Jahre 497 seinenAufenthaltsort, erschrocken anfänglich bei seinem Anblicke, wie vor
* Lcienter neseions et sapieiiter inüoctus.