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Mönche ihre Vorrechte mißbrauchten. Besonders sahen cs die Fürstennicht gleichgültig an, daß sich so viele Menschen in der Frische derJugend dem Staats- und besonders dem Kriegsdienste entzogen,und die Pflichten des bürgerlichen Gehorsams mit einer Lage ver-tauschten, die ihre Unabhängigkeit auf immer sicherte! Die Unzu-friedenheit mehrerer Kaiser drückt sich hinlänglich in einer MengeDekrete ans. Haben sic sich nicht ausdrücklich erklärt, so liegt derGrund in den politischen Bewegungen, welche eine Theilung desrömischen Reiches in zwei Thcile — in das abend- und morgen-ländische — bewirkten.
Viertes Kapitel.
Verpflanzung des Klssterlebens in den Occident. — Der heilige Benedikt.
Es ist möglich, daß schon frühzeitig Mönche in den Occidentkamen, um da ihre neue Lebensweise zu verbreiten; allein einzweifaches Hinderniß trat ihnen entgegen: das rauhe Klima unddie geistige Stimmung der Einwohner. — Die Eingebungen derGnade, die so nothwendig sind, wenn man sich den Pflichten unter-werfen und die Opfer ausdauern soll, welche der Ordcnsstand ver-langt, gewährten hier nicht dieselbe Hilfe, wie im Orient, undVernunftberechnungen mußten hier seinen Triumph vorberciten. DieProtestanten fügen sogar noch hinzu, eö habe sich im Abendlanddurch ein gewisses Gegengewicht gegen die Anstrengungen, welcheman im Interesse des anachoretischen und cönobitischen Lebens ver-suchte, eine gewisse Abgeneigtheit gegen die Mönche beurkundet,eine Abgeneigtheit, die ihr rauhes und befremdendes Aeußcreserregte; woraus sie schließen, daß sich wohl hier und da Anacho-rcten haben finden können, aber nur zerstreut und in kleinererAnzahl. Durch den Einfluß einer der größten Kirchenväter unddurch das Beispiel eines berühmten Eremiten gedieh aber dasWachsthum des Mönchsstandes auch im Abendlande herrlich.
Der heilige Athanasius (326—373), Patriarch von Alerandrien,kam im Jahre 340 bei seinem zweiten Eril in Begleitung einiger