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Pflicht vollziehen mußte; allein das sehnliche Verlangen, Gott einenangenehmen Dienst zu erweisen, sührte an mehreren Plätzen inKlöstern und Kirchen einen sortwährenden Psalmengesang ein, derweder bei Tag noch bei Nacht unterbrochen werden durfte. Aleran-der, ein syrischer Abt, brachte diese Sitte gegen die Mitte des fünf-ten Jahrhunderts zu Ehren, indem er seine Mönche in drei Chöretheilte, von denen Jeder, wenn die Reihe an ihn kam, Psalmensang, während sich die Andern wieder erholten, und so dauertediese Uebung ununterbrochen fort. Dieser Eintheilung gemäß wid-mete jeder Mönch täglich dem Absingen von Psalmen acht volleStunden. Die Mönche, welche übrigens ein sehr musterhaftes underbauliches Leben führten, erhielten den Namen Akoimeten (welchenie schlafen, sie wurden auch Studiten genannt von
Studius, einem vornehmen Römer, welcher im Jahre 463 zu Con-stantinopcl ein solches Kloster gründete. ^
Der heilige Marzellus und der Abt Johann hatten schon frühe,eine Stunde von Constantinopel entfernt, ein solches Kloster errich-tet, welches den Namen Jrenarion (das friedliche) erhielt undzu einer großen Blüthe gelangte.
Vor Allem aber verdienen noch die Stiftungen des heiligenAlexander erwähnt zu werden. Dieser Heilige war einer adeligenFamilie entsprossen, machte seine Studien zu Constantinopel undward von dem Kaiser mit einem Amte in seinem Palaste beehrt.Bald eckelten ihn die Freuden des Hofes in der verdorbenen Weltan, und daS Lesen heiliger Schriften weckte in ihm einen Hangzur Einsamkeit. Er legte daher sein Amt nieder, ging vier Jahrein ein syrisches Kloster, betete und kasteite sich nachher sieben Jahrein der Wüste, und der Ruf seiner Heiligkeit erscholl weit und breit.Nachdem er den Statthalter und dessen ganze Familie zum Christen-thume bekehrt hatte, wurde er zum Bischöfe gewählt. Allein erhielt seine Schultern für zu schwach, eine so schwere Bürde zn
' Der Name Akoimet und das beständige Absingen von Psalmen warenbei den Bewohnern des Occidents gleich üblich. Man könnte den NamenAkoimeten noch hcnt zn Tage gewissen Ordenshänsern geben, in welchen diebeständige Anbetung des heiligsten Altarsakraments einen Theil der Regel ans-macht, so daß Tag und Nacht Einige aus der Gesellschaft mit diesem frommenDienste beschäftigt sind.