Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
31
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tragen, ließ sich daher in einem Korbe über die Stadtmauer hinabund entfloh aus diese Weise der scheinbaren Gefahr. In der Wüstehatte er das Unglück unter eine damals berüchtigte Räuberbande zufallen, und das Glück, sämmtliche Mitglieder derselben zum Christen-thumc zu bekehren. Wunderbar sind die Führungen des Herrn!Bald ward die Räuberhöhle zu einem Zufluchtsorte der Frömmigkeit.Er selbst gründete an den Ufern des Euphrat ein Kloster, undhatte die Freude, den Segen der Vorsehung auf seiner Anstaltrnhcn zu sehen. Die vierhundert Mönche, die sich um ihn sam-melten, theilte er in vier Chöre, welche abwechselnd das Lob desHerrn sangen und so einen fortwährenden Gottesdienst feierten.Die höchste Armuth herrschte in dem Kloster und was sie immer ent-behren konnten, schenkten sie freudig den Armen. Zwanzig Jahre hattesich der heilige Alexander einem solchen Leben gewidmet, als er mitfünfzig seiner Mönche das Missionsgcschäft antrat. Von Antiochien,von dem Statthalter verjagt, begab er sich verkleidet in das KlosterChriston und fand dort seine Einrichtung des unaufhörlichen Psal-mensingens bereits Angeführt. Zu Constantinopel stiftete er mitdreißig Mönchen bei der Kirche des heiligen Mennas ein Kloster,in dem bald 600 katholische Mönche in sechs Chören unaufhörlichPsalmen sangen. So wäre also der heilige Alexander eigentlicherStifter der Akoimetcn. Er starb tm Jahre 430. Vorgrcifend habenwir seine Nachahmer zuerst dargestellt.

Natürlich gab cs auch bald akoimctische Nonnenklöster, wovonnoch Eines bei der Eroberung Constantinopels durch die Türkenbestand. Sie theilten am Ende das unglückliche Schicksal mit denmännlichen, welche schon im fünften und sechsten Jahrhunderte inlebhafte Glaubensstreitigkeiten mit dem Papst gcriethen und, alsSchismatiker und Ketzer mit dem Banne belegt, bald förmlich auf-gehoben wurden.

Zustand des Mönchthums bei seiner Verpflanzung in den Vrcident.

Wir wollen uns bemühen, dem Gemälde, das man sichvon dem Zustande des Mönchstandcs bei seiner Verpflanzung in denOccident entwerfen muß, noch einige Charakterzüge bcizufügen.Wir richten unser Augenmerk besonders auf die zweite Hälfte dcSvierten und den Anfang des fünften Jahrhunderts.