den Klöstern jährlich eine Summe aus. Ihre Einkünfte, gab manvor, müßten den Spitälern und andern Wohlthätigkeits-Anstaltcnzu Gute kommen; allein die Krone verwendet sie für sich; dadurchsind heutzutage die Klöster fast öde; denn in 387 Mannsklösternsind gegenwärtig nicht mehr als 4900 Mönche, und der Nonnensind es noch weniger, indem man ihrer blos 1700 zählt, die in91 Klöster vertheilt sind. Die Klöster hängen entweder von derSynode oder von den Erzbischöfen und Bischöfen ab. Die Regelist beinahe dieselbe wie die, der man aus dem Berge Athos folgt.Die Mönche sind vom Orden des heiligen Basilius, der in dergriechischen Kirche ausschließlich verbreitet ist. Die Nonnen folgenfast derselben Ordnung. In Folge der Verordnung Peter's l. sindes fast lauter bejahrte Frauen, welche in Zurückgezogenheit unddem Gebete leben wollen.
In Rußland waren, wie auch in andern Ländern, die Schulen derGeistlichkeit lange die einzigen Bildungsmittel, und in den Klö-stern vererbten sich Ueberlieferung und Wissenschaften. Von Peter I.und seinen Nachfolgern wurden aber in den Schulen der Geistlich-keit viele Veränderungen vorgenommen. Die Zucht ist geregelt undnach dem Musterbild des Klosterlebens gestaltet; die Lehrer sindMönche und die meisten Schüler wählen am Ende dieselbe Lauf-bahn, gleichwohl gehen nebst den Priestern für die verschiedenenDiöcesen Rußlands aus diesen Klosterschnlen auch viele gebildeteLaien hervor, welche in der Folge für bürgerliche Aemter taug-lich siud.
Es war unumgänglich nothwendig, auf die spätem Jahrhun-derte abzulcnken und diese Bemerkungen zu machen, da wir nununfern Blick gegen den Oecident wenden und die Regel des heili-gen Basilius auf immer aus den Augen verlassen wollen.
Akoimettn.
Bevor wir von dem Oriente scheiden, müssen wir noch aneine Einrichtung erinnern, welche selbst im Abendlande Nachahmerfand. Nichts war natürlicher, als daß in den Klöstern gewisseStunden zum Singen und Beten bestimmt wurden, daß mittenin der Nacht der Mönch seine Ruhestätte verlassen und diese