genug, daß er auf dieser neue» Stellung noch die klösterliche Enthaltsam-keit und Strenge beobachtete, nein, er durchreiste Städte und Dörfer,um da Klöster zu errichten. Dieser heilige Eifer blieb nicht unbe-lohnt. Bis zu seinem Tode (379) sah er unzählig viele Klöstersich erheben, und sich mit frommen Einsiedlern füllen; und dieKirche, besonders die griechische, bewahrte stets sein kostbares An-denken und feiert jährlich den Namen des heiligen Basilius miteinem Feste, an seinem Todestage den 1. Januar. Die katholischeKirche feierte bereits an diesem Tage das Fest der BeschneidungChristi und verlegte daher seinen Gcdächtnißtag auf den 14. Juni,an welchem Tage er zum Priester geweiht worden war.
Die öde, unfruchtbare, menschenarme Provinz Pontns wurdebald zur lachendsten Landschaft. Da und dort erhoben sich Klösterund hinter ihnen Dörfer und Malereien, Thäler und Berge wur-den von menschlichem Flciße befruchtet und der Segen der Culturprangte durch die ganze Gegend. Und wahrlich! so mußte denndie christliche Religion Wälder urbar machen und tiefe Orden be-bauen, um so auch dem Aeußern nach die Menschen zu beglückenund die Mutter aller Freuden zu werden.
Die Regel des heil. Basilius ist in der griechischen Kirche, derenMönche ihn als ihren Patriarchen verehren, bis auf den heutigen Tagdie Grundlage aller Klosterbcstimmungen. Gleichwohl kann man ihnnicht als einen Ordensstifter bewachten. Denn die griechische Kircheunterscheidet sich auch darin wesentlich von der des Occidents, daßsich der Mönchsstand in ihrem Schoose nicht, wie in dieser, in eben soviele verschiedene Orden theilt, deren jeder seinen besonder» Stifter undbesonder» Geist anerkennt. Obwohl sie die Einen Schüler des heiligenAntonius, die Andern des heiligen Basilius nennt, so folgen sie dochnur Einem Gesetz und Einer Regel. Von diesem Gesichtspunktaus begreift man leicht die Nebcrlegenhcit unserer Kirche, indem dieVerschiedenheit der Mönchsorden die verschiedenen zahlreichen Mittelschuf, welche hier das Christcnthum und die Civilisation finden.
So beschränkt sich denn also die Geschichte des Mönchthumsim Orient nur auf einige Seiten. Das Klostcrthum konnte nurdurch einen heftigen Kampf mit den Arianern und mehrerengriechischen Kaisern sein Dasein und sein Vertrauen erhalten; in