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Pachomius (von denen Mehrere, wie die 3 Macarii, als Heiligeverehrt werden) im ganzen Morgenland; vorzüglich erbauten sichSyrien, Armenien und Acthiopien an der Gegenwart der Anacho-reten und Cönobiten. Auf den nitrischen Bergen gründete der hei-lige Ammon sehr viele solcher Anstalten.
Was nun die Ncbungen anlangt, denen man in den verschie-denen Klöstern obliegen mußte, so bilden sie gewissermaßen eineFamilie, da alle ihren Ursprung auf jene ersten Gründer desMönchthums zurückführen. Es gab übrigens nicht so fast eine bestimmteRegel, der man folgen mußte, als vielmehr Gewohnheiten und Ge-bräuche, welche nach den verschiedenen Climaten und nach den be-sondern Verhältnissen wechselten. Der Pater (Vater) oder Superior(Obere) eines Klosters (AbbaS, Abt, griechisch oder
auch Archimandrit, Hegumen, bei den jetzigen Griechen
Jgumcn) i war für alle Fälle das lebendige Gesetz. So viele Klöster,sagt Cassian, ebensoviele Regeln gibt es; womit er sagen wollte, daßjedes Kloster sich selbst seine besondere Einrichtung schuf. So-dann pflanzte man die Erinnerung daran lieber mündlich fort, alsschriftlich. Da inan sich mit der Wahl des Einsiedlerlebens, demFasten, dem Gebete und der Händearbeit widmete, so handelte es sichhauptsächlich um eine passende Zeiteintheilung, damit die Gesammtord-nung durch die Beschäftigungen der Einzelnen nicht gestört würde.Es war in dieser Epoche rein unmöglich, eine strenge Einheit der Klei-dung in jeder Genossenschaft einzuführen; nein, nur eine einfacheund ärmliche Bedeckung wurde denen zu Theil, welche auf die Weltund ihre Pracht verzichtet hatten. Auch wählte man im Allgemei-nen eine ärmliche Kleidung, besonders die der Schäfer und Land-
> Keine Körperschaft, keine Brüderschaft kann ohne Unterordnung bestehen;nothwendig müssen Obere da sein, welche befehlen nnd Untergebene, die ge-horchen. Allein unter ganz gleichen Gliedern, deren Bestimmung das Strebennach Vervollkommnung ist, muß das höchste Ansehen freundlich und liebe-voll sein, und man konnte daher den Klostervorstehcrn keinen passendern Namengeben, als Patres (Väter), was Abt (entstanden ans Abbas) wörtlich bedeutet.Aus demselben Grunde nannte man die Vorsteherinnen der Nonnen Aebtisstnnen(gleichsam Mütter), nnd die Klöster Abteien. Denn die Abteien sind nichtallein wahrhaft väterliche Zufluchtsstätten für die Mönche, die in ihnen wohnen,sondern auch für die auswärtigen Armen, die um dieselben sich versammeln,in der freundlichsten Hoffnung, die Liebe der Abtei werde ihr Elend mildern.