Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
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(geschlossene Wohnung). Die Ableitung des Wortes Cönobiten er-innert uns an Bergier's Bemerkung: ^Einige Schriftsteller, welchesie unter einem rein staatlichen Gesichtspunkte betrachteten, folger-ten, daß es im Interesse des Staates liege, eine große Anzahl vonMenschen mit so wenigen Kosten als möglich zu unterhalten; daßdas gemeinschaftliche Leben für jeden Einzelnen weniger kostspieligsei, als das Leben für sich allein, und in dieser Rücksicht seien dieKlöster ein Mittel zur Sparsamkeit." Die Erfahrung bestätigt dieseBemerkung. Eine solche Beurtheilnng schickt sich zwar für dieOecono-mistcn" eines gcwerbsamen Jahrhunderts, und vor ihrem Richter-stuhle müßte der Stifter der Cönobiten srcigesprochen werden; alleindie wahren Christen, die seine Anstalt von der Sittlichkeit auS be-trachten, müssen bedenken, daß mehrere zu einer Gesellschaft verbun-dene Menschen, die nach einer gemeinsamen Regel leben, und den-selben Pflichten unterworfen sind, ein kräftiges Mittel mehr haben,in der Tugend zu verharren, und daß eine solche Lebensweise, trotzdes Tadels, welchen die Verkehrtheit gegen sie vorbringt, in jederRücksicht nützlich und löblich ist.

Der heilige Pachomius wurde um das Jahr 292 in der Ober-thcbais Aegyptens von heidnischen Aeltern geboren. Schon in seinerJugend floh er die Gesellschaften, und zog sich gerne in die Einsam-keit zurück. Die Aeltern ließen ihn in allem Wisscnswerthen unter-richten, und unter den Fahnen Constantins hatte er Gelegenheit,die Wohlthätigkcitsliebe der Christen zu erfahren. Dies machte aufihn einen solchen Eindruck, daß er sich erkundigte, welcher Religiondiese Leute huldigten. Mit Erstaunen erfuhr er, daß sie Christenseien, und ließ sich sofort ihre Neligionslchre erklären. Bald warder Sieg auf Constantins Seite, und freudig kehrte das siegestrun-kene Heer zurück. Pachomius eilte in seine Hcimath, ließ sich voneinem frommen Christen in der Lehre des Heils unterrichten, undward durch die heilige Taufe in die christliche Gemeinschaft ausge-nommen. Und jetzt entflammte mächtiger noch in ihm die Liebe zurEinsamkeit, und dem Drange seines Herzens folgend, gelangte erzu dem Griechen Palämon, der damals ob seinen strengen heiligenHebungen in der Wüste in großem Rufe stand. Nicht abgeschrecktr Theologisches Lerikvn, unter dem Worte Cönobiten.