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KlosterlebcnS, haben das Gemälde noch entstellt, das Cassian, derheilige Hieronymus und der heilige Benedikt uns von diesen Leutengezeichnet haben. Sie behaupten nämlich, die Sarabaiten hättenvom Wirken falscher Wunder gelebt, so wie vom Verkauf falscherReliquien und sich mancher ähnlicher Streiche schuldig gemacht; iallein richtig bemerkt Bergler: 2 „man konnte diesen Mönchen genugNebels nachsagen, ohne falsche Beschuldigungen gegen sie zu erhe-ben. Der heilige Hieronymus berichtet: daß sie zwar von ihrerArbeit lebten, aber ihre verfertigten Geräthe theurer verkauft hätten,als die Uebrigen, wie wenn ihr Handwerk heiliger als ihr'Lebengewesen wäre; daß unter ihnen oft Streitigkeiten entstanden seien,da sie Niemanden gehorchen wollten; daß sie mit einander im Fastenwetteiferten, und das Stillschweigen, oder das Behalten eines Ge-heimnisses als einen Sieg betrachteten u. s. w. Könnte man ihnenauch mehrere Laster verwerfen, so folgte daraus noch Nichts gegenden Mönchsstand im Allgemeinen.
Per heilige Pachomius, Klister der Cönobiten.
Je enger das Band, das die Mönche, die schon einen Schrittnäher zu einem gemeinschaftlichen Leben gcthan hatten, verknüpfte,desto mehr konnte man die Entwicklung jener vcrderbensvollen Miß-bräuche unter ihnen befürchten. Nm diesen Einhalt zu thun, ent-warf der heilige Pachomius (292—348), ein Schüler des heiligenAntonius, seine Regel, und man betrachtet ihn darum als denzweiten Gründer des Mönchthums. Er versammelte wirklich eineAnzahl eifriger Mönche unter einem Dach und einer Clausur, undgründete so zuerst das Klosterregiment. Da eine Unterscheidungnöthig war, so erhielten die, welche in derartige abgelegene Anstal-ten ausgenommen wurden, den Namen Cönobiten (d. i. die in Ge-meinschaft Lebenden), und der Ort selbst hieß Cönobinm oder Kloster
* Johamr Lorenz von Mosheim vollständige Kirchengeschichte. Heilbronnund Rottenburg an der Tauber, in der Eckebrechtischen Buchhandlung. 1770.Viertes Jahrhundert. Zweiter Theil, 3tes Hauptstück §. 15.
r Theologisches Lerikon, unter dem Worte Sarabaiten.
Gcsch. der Mönchsorden. I.
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