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nicht nngerächt hatte er die dem menschlichen Herzen so natürlichenGefühle unterdrückt; er mußte sich selbst fürchterlichen Kämpfenaussetzen, indem das Vergnügen vor seinen Angen den Glanztäuschender Reitze anöbreitete und der Teufel alle Gestalten annahm,um seinen Widerstand zu besiegen. Ohne Unterlaß züchtigte er seinenLeib, um ihn den Gesetzen GotteS unterthan zu machen. Wenndie Anwendung so vieler strengeil Maßregeln gegen die Blendwerkeund die Schwäche seiner Einbildungskraft von den Ungläubigenverworfen wurde, wollen wir sie mit einem einzigen Worte schwei-gen lehren. Soerates und andere Schriftsteller erzählen, daß, alseinst ein Philosoph sein Erstaunen darüber ausdrückte, daß Antoniusohne das Vergnügen leben könne, das man aüö den Büchernschöpfe, der Heilige geantwortet habe: „die Natur diene ihmstatt eines Buches und dieses liege stets anfgcschlagen vor ihm."Diese Antwort zeugt doch gewiß nicht von einem gewöhnlichenGeiste. ^
So lange sich nun der heilige Antonius in der Nähe von Ko-man, seinem Geburtsorte anfhiclt, führte er ein Ascetcnleben; inseinem fünfnnddrcißigsten Jahre aber schiffte er über den östlichenNilarm, um sich ans einem Bergcsgipfel in ein altes Schloß zurück-zuzichcn, in dem er fast zwanzig Jahre verlebte. Erst im Jahre305 konnte er durch inständiges Bitten bewogen werden, dasselbe zuverlassen. Jetzt sammelte er eine ziemlich große Anzahl Schüler umsich und ricth ihnen, sich in da und dort zerstreuten Zellen niederzu-lassen, was der Grundursprung des Klosters von Phainm oder„neben dem Flusse" ist. Obwohl noch nicht ein und dasselbe Dachdiese zerstreuten Einsiedler schützte, so war doch ein ungemeinerSchritt zu ihrer weitern Vereinigung in Klöstern gethan. Sienäherten sich einander stets mehr und mehr und bewiesen bald, wienothwcndig eine solche Einrichtung war. Der heilige Antoniusführte schon über diese Gemeinde, die ihn ihren Vater nannte, eineArt Aufsicht; allein eine geschriebene Regel hatte er noch nicht, unddie, welche von ihm benannt ist, gehört einer spätem Zeit an. Inder That, so viele sprechende Vorbilder, so viele glanzvolle Bei-spiele zeigten an, wie man sich benehmen müsse, um in dieserl Kocrvites, Hist. Oecl. INI,. 4, e. 23. /tvE-eick, Vit. I'.N. I.ili, 6, e. 4-