Mönche in den Städten herrliche Gebäude errichten, werden dasWohlleben lieben und sich nur noch durch die Kleidung von denWcltmcnschcn unterscheiden. Und doch werden sich trotz dieser all-gemeinen Verderblich stets Einige finden, die den Geist ihres Standesbewahren, daher wird ihre Krone um so herrlicher erglänzen, daihre Tugend so vielen Acrgernisseu nicht unterlag." 'per heilige Antonius, Patriarch »er Mönche.
Der heilige Antonius, der den Beinamen des Großen so sehrverdient, wurde im Jahr 251 zu Koma», einem Dorfe in Ober-ägyptcn geboren. Abneigung gegen die Menschen, welche sich beiihm schon in einem Alter zeigte, dem ein ähnliches Gefühl nichtsweniger als eigenthümlich ist, ein ganz besonderer Eckel au allenLeruübungeii, die, insofern sie ihn nun einmal in die öffent-lichen Schulen riefen, seine Unschuld der Gefahr ausgesctzt hätten,machten schon frühzeitig die Liebe zur Einsamkeit und zum beschau-lichen Leben in ihm rege. Er war noch nicht zwanzig Jahre alt,als er sich, dem Rathe des heiligsten Eifers folgend, zu Gunstender Armen seines ziemlich beträchtlichen, väterlichen Vermögensbegab, in eine benachbarte Wüste ging, und seine Geduld durchvieles Bcteu und durch strenge Selbstbeherrschung prüfte. 2 Allein
' Butler, a. a. O. S. 375.
2 Die nähere Veranlassung erzählt uns der heilige Athanasius in Folgen-dem. Durch den Tod seiner Aeltern kam er in den Besitz eines großen Ver-mögens. Im sechsten Monate nach ihrem Tode war er auf dem Wege in dieKirche begriffen, und dachte über die Apostel nach, welche Alles verlassenhatten und Jesus nachgefolgt waren, so wie über die erste Christengemeinde zuJerusalem, welche in Gütergemeinschaft lebte. Bei seinem Eintritt tu dasHaus Gottes wurden gerade die Worte gelesen, mit denen sich Christus anden reichen Jüngling wandte: „willst du vollkommen sein, so gehe hin, ver-kaufe, was du hast und gieb cs den Armen, so wirst du einen Schatz !mHimmel haben und komm und folge mir nach." Auf ein fruchtbareres Erdreichhätte Christi Samen nicht fallen können. Nach geendigtem Gottesdienst be-stellte er sein Hans, vertheilte unter die Nachbarn im Dorfe sein Feld, dasdreihundert Morgen Landes in sich faßte, verkaufte seine Habe, vertheilte dasErlöste unter die Armen und behielt nur Weniges für seinen und seiner kleinenSchwester Unterhalt. Als er ein andermal in der Kirche die Worte lesen hörte:„Sorget nicht für den morgenden Tag," da gab er sogleich das Wenige, dasihm noch übrig geblieben war, den Armen, übergab seine noch junge Schwestereiner bekannten tugendhaften Frau, verließ sein Hans, und begab sich in dieEinsamkeit, wohin ihn der Drang seines Herzens rief.