Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
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Vermögens. Als ein eifriger Christ lebte er in seiner VaterstadtTheben in Oberägyptcn, über die nun die Verfolgung hercinbrach.Sein Schwager, nach seinem Vermögen lüstern, kam auf den bos-haften Gedanken, zur Gewinnung desselben den Panluö als Chri-sten anzugcben. Allein Paulus war von der Vorsehung zu etwasAnderem, als zum Martyrtode bestimmt, und so floh er dann, vonder nahen Gefahr unterrichtet, in die Wüste, und entdeckte am Fußecineö Berges eine Höhle, über der ein großer Stein gelagert war.Er wälzte ihn weg und wählte diesen Ort zu seinem Aufenthalt,fest entschlossen, hier zu verweilen, bis Gottes Herrlichkeit ihn da-für belohnen würde. Und schon hatte er 90 Jahre in der Einödegelebt, als der h. Antonius, vom Geiste GotteS getrieben, ihn nochvor seinen: Ende besuchen sollte. Wer möchte die fromme Freudeschildern, die eines Jeden Herz durchbcbte. Mit dem Ernste einesHeiligen sprach Paulus:ich bin derjenige, den du mit so großerMühe ausgesucht hast. Allein du stehest einen Menschen vor dir,der bald zu Staub werden soll." Und wirklich war sein Endenahe. Das liebende Herz konnte es nicht über sich gewinnen, inder Gegenwart des heiligen Antonius, zu dessen Schmerz, seinenGeist auszuhauchen.

Auf die Bitte dcS Heiligen, er möchte in seinem Kloster denMantel hohlen, den ihm der Bischof Athanasius gegeben, um ihnin demselben zu begraben, eilte Antonius seinen letzten Willen znerfüllen. Aber er schied um ihn hienieden nicht mehr lebendig zutreffen; denn bei seiner Zurückkunft traf er ihn entseelt noch in derStellung, in der er betend seine fromme Seele Gott übergebenhatte. Er starb ums Jahr 342.

Es hängt mit der Lebensweise der Eremiten zusammen, daßhier von keiner Regel die Rede sepn konnte, noch von einer Gleich-heit in Kleidung und Beschäftigung. Jeder lebte für sich und konntefrei die Mittel wählen, deren Anwendung ihm Ansprüche auf himm-lische Vergeltung verschaffte. Die Ungläubigen und die Protestanten,welche die Wunder der Frömmigkeit nicht zu bcurtheilen wissen, habenbehauptet, daß die geistigen Organe und Vermögen der Eremitendurch die Abgeschiedenheit und freiwillige Buße, die sie sich aufcrlcg-ten, so lebhaft angeregt worden seien, daß sie nothwendig zu einem