wozu vornehmlich das Gebeth um den Einfluß und diekräftigen Gnadenwirkungen des heiligen Geistes gehören,ohne welche das Böse nicht unterdrückt werden noch dasGute aufwachsen kann. Deswegen halt ihn die Seeledarum an und bittet: Durchwehe meinen Garten, meinHerz und die ganze Kirche Gottes als ein Nord» undSüdwind, damit wir aus allen Seiten und auf alle Weisedurch dich kräftig bewirket zu einem gewünschten Wohl»stand im Geistlichen kommen. Sie begehrt den heiligenGeist in allen seinen Gaben und Wirkungen, die zu ihrerWohlfahrt und zur Verherrlichung ihres Gottes und Hei»landes gereichen. Sie begehrt den heiligen Geist nicht al»lein als einen Südwind zu erfahren und von ihm getröstetund erfreuet zu werden, sondern sie wünscht ihn auch alseinen Nordwind zu erfahren, um von ihm gereiniget undgeheiliget zu werden. Sie weiß, daß der Nordwind auchwehen und der Geist seine züchtigende, reinigende und de»müthigende Gnade in ihr offenbaren, ja dieselbe vorabgehen lassen muß, damit sie für seine Tröstungen empfäng»lich werde und sie recht anwenden könne. Sie schätztaber auch die Tröstungen des heiligen Geistes nicht gering,sondern sehnt sich begierig nach denselben. Sie übergiebtsich ganz seinen Wirkungen und wünscht sie stets zu ersah»ren, wenn sie übel gestellt ist, daß sie durch dieselbe wie»der in eine gute Verfassung komme und wenn sie darinist, daß sie darin erhalten und befördert werde, darumbittet sie: Stehe auf Nordwind, komm, Südwind, durch»wehe meinen Garten — daß die Gewürze triefen.
n. T h e i l.
Daß die Gewürze triefenz so fährt sie im Bildzu reden fort und gibt damit eine der Hauptabsichten an,warum sie die kräftigen Bewirkungen des heiligen Geisteserflehet. Sie behält das Bild vom Garten bei und nenntdie Gnadengaben, gute Eigenschaften und Gesinnungen, die