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1 (1828)
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sind, darum scheuen die meisten sie, weichen ihr aus, wen-den ihre Augen von sich selbst ab, schließen sie vor ihrenSünden und Fehlern zu, behelfen sich mit allerlei elendenTrostgründen. Aber dadurch schaden sie sich sehr, hindernihre Erlösung und Genesung. Denn wie sollen wir kräf-tig und anhaltend bewogen werden, von Zesu einen ernst-lichen und treuen Gebrauch zu machen zu unserer Erlösung,wenn wir unser Elend und Verderben in diesem Stückenicht je länger je gründlicher kennen lernen? Und warumwollten wir diese Erkenntniß scheuen und fliehen, da wiran dem Sohne Gottes einen allgenugsamen, mitleidigen,geduldigen und unermüdeten Erlöser, Arzt, Heiland undSeligmacher von der Sünde haben, der uns seine Hülfeso gnädig anbeut und nicht müde wird im Helfen. RedlicheSeelen, die ihr Heil von ganzem Herzen lieben und su-chen, die ein sehnliches Verlangen nach Befestigung in derGnade, nach Wachsthum im Glauben und in der Heili-gung haben, wünschen daher auch in der Selbsterkenntmßgefördert zu werden.

Ein solcher war David. Er hatte ein herzliches Ver-langen nach genauerer Selbsterkenntmß, weil er so gerneseinem Gott mehr zur Ehre und Freude, frömmer undheiliger werden wollte. Er trug dies Verlangen mit in-brünstigem Bitten und Flehen dem Herrn vor, daß er esdoch befriedigen wolle, weil er allein dazu im Stande undauch geneigt ist. Ihn bat er: Erforsche mich Gott, underfahre mein Herz; prüfe mich, und erfahre, wie ich'smeine. Denn wenn wir auch selbst genau auf uns acht haben,und uns nach Gottes Wort oft und sorgfältig prüfen; wennwir auch einsichtsvolle und vertraute Freunde bitten, daßsie auf uns acht haben und die Fehler, die sie an unsbemerken in Liebe anzeigen wollen; so mäßen wir unsdoch vornehmlich mit unserm Verlangen nach Förderung inder Selbsterkenntmß zu Gott wenden, weil er allein unserHerz ergründen kann, das wir selbst nicht vermögen undauch andere Menschen nicht können. Wir selbst sind zu kurz-sichtig, zu leichtfertig oder zu ängstlich, um uns in zahl-reichen Fällen recht zu beurtheilen. Andere Menschen sindauch zu unzuverläßig, kennen uns zu wenig, können in un-