Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
312
Einzelbild herunterladen
 

312

kommen in Allem zu kurz und müßen mit David bethen: !

Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht, denn i

vor dir ist kein Lebendiger gerecht. Das Fleisch schwächet, i

hindert und verunreiniget sie. Sie finden oft gerade das !

Gegentheil von dem, was sie wollen, in sich, ihre besten !

Werke sind unvollkommen und mit Sünden befleckt. —

Unter wahren, wiedergebornen Christen ist freilich ein großer !

Unterschied. Sie sind nicht Alle eben schwach und unvoll» !

kommen. Zn einigen ist das Fleisch mehr unterdrückt j

und entkräftet, der Geist hingegen stärker und siegreicher i

als in andern, nach dem Maaß ihres geistlichen Alters !

und Wachsthums in der Gnade und Erkenntnis Jesu '

Christi, einige sind auch treuer, ernstlicher, wachsamerund vorsichtiger in der Führung ihres Christenthums undihres Streits wider das Fleisch als andere. Zu einer ^

Zeit wird auch den Gläubigen die Ausübung des Guten ^

weit leichter und sie können es völliger, lautrer und freu» >,

diger ausrichten als zur andern Zeit, denn sie sind sich ^

selbst nicht immer gleich. Wenn du mein Herz tröstest,so laufe ich den Weg deiner Gebote, sagt der frommeKönig David zu seinem Gott; Ps. 119, 3 . Aber auchdie geförderten und treusten Christen können selbst in I

ihrer besten Gemüthstsimmung nicht alles das Gute thun, i

das sie gern wollen, weil sie noch Fleisch in sich haben, S

das wider den Geist gelüstet. Auf alle Gläubige paßt !

daher die Beschreibung des Apostels in unserm Texte: j

das Fleisch gelüstet wider den Geist und den j

Geist wider das Fleisch, dieselbigen sind wi» j

der einander, daß ihr nicht thut, was ihr i

wollet.« !

II. T v e i l.

Auf diese, in mancher Hinsicht betrübte Beschaffenheitder Gläubigen gründet der Apostel seine väterliche Er»Mahnung: Wandelt im Geist, so werdet ihr dieLüste des Fleisches nicht vollbringen.