Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
311
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Die wiedergeborncn Christen thun das Böse nicht,das sie ihrem Fleisch, ihrer verderbten Natur nach wollen,wenigstens nicht ohne inncrn Widerspruch und Bestrafung,thun es nicht so völlig und anhaltend, wie es das Fleischbegehrt z das leidet der Geist, der neue geistliche Sinnnicht, der in ihnen ist und von dem heiligen Geist Gottesbelebt und regiert wird.

Aber die wiedergebornen Christen thun auch das Gutenicht, das sie wollen, thun es so vollkommen, so willig,so beständig, so unermüdet und reichlich nicht, wie sie esihrem Geiste, ihrem erneuerten bessern Theil nach, gernethun wollten z das leidet das Fleisch nicht, das in ihnenwider den Geist gelüstet und dessen Wirkungen und Früchtezu verhindern, zu erschweren und zu bestecken bemüht ist»

Wahre Gläubige wollten gerne ihren Gott und Hei-land so lieben, wie er es verdient und fordert, nehmlichvon ganzem Herzen, von ganzer Seele, von ganzem Ge»müth und aus allen Kräften — wollten gerne den hohenund heiligen Gott, der es ihnen erlaubt kindlich mit ihmumzugehen, ihn Abba, lieber Vater zu nennen, nicht an-ders als im Geist und in der Wahrheit, mit Andacht,Ehrerbietung und gläubiger Zuversicht anbethen — wolltengerne gegen alle seine Gebote einen kindlichen Gehorsambeweisen und seinen Willen in allen Stücken so vollkom-men, so völlig, freudig und beständig thun, wie die En-gel im Himmel. — Sie wollten gerne mit allen Wegenund Schickungen ihres weisen, liebreichen und allgenugsa-men Vaters im Himmel zufrieden sein, ihm Alles mit Be-ruhigung anbefehlen und ihm zutrauen, daß er es wohlmachen und Alles, auch das Widrigste, zu ihrem Bestenlenken werde. Gerne wollten sie seinem Worte völligglauben und sich ganz, ohne Furcht und Zweifel, auf feineVerheißungen verlassen, Alles in der Liebe thun, reinesHerzens seyn und sich jederzeit gegen ihren Nächsten soverhalten, wie es Gott gefällig ist. — Dieß Alles undweit mehr, als wir itzt anführen können, wollen wahreChristen nach ihrem Geist und neuen Menschen thun, siesind überzeugt, daß es ihre Pflicht und ihr Glück ist,aber sie können es so nicht thun, wie sie wollen. Sie