und dessen Forderungen, worauf sich der Geist beziehet,die Gebräuche, Gewohnheiten und Urtheile der Menschen;den Bestrafungen des Geistes allerlei Ausflüchte und Ent-schuldigungen für die Sünde. Es erweckt daneben solcheGedanken, Begierden und Neigungen in den Gläubigen,die dem Sinne des Geistes zuwider sind. Der Geist neigtdie Gläubigen zur Liebe, Friedfertigkeit, Geduld, Sanft-muth, Versöhnlichkeit, Demuth, Mäßigkeit und Keusch-heit z dagegen reizt das Fleisch ihn zum Haß, Zorn,Ungeduld, Rache, Zank, Streit, Hochmuth, Neid, Eigenlie-be, Selbsterhebung, Unkeuschheit und Unmäßigkeit. Will derGeist angcthane Beleidigungen gern vergessen, das Fleischbemühet sich, ein verdrießliches Andenken derselben zu un-tcrhalteni Räthund treibt der Geist zum Glauben und Ver-trauen auf Gott und seine Verheißungen, um Gott dadurchzu ehren und das Gemüth des Gläubigen dadurch zu beru-higen, aufzuheitern und zu stärken; das Fleisch streut seineZweifel und Bedenklichkeiten darein, oft unter dem Scheinder Klugheit und Vorsichtigkeit, um die Unruhe, Furcht,Ungewißheit, Unglauben und Mißtrauen zu erhalten undzu ernähren. Witt der Geist das Herz sammeln, alleseine Gedanken und Begierden auf Gott, auf das Himm-lische und Ewige zu richten; das Fleisch sucht es zu zer-streuen und auf weltliche Dinge zu ziehen, selbst unterdem Bethen. So gelüstet Vas Fleisch wider den Geist;aber damit bekommt es doch seinen Willen nicht, viel we-niger seine alte Herrschaft wieder.
Denn den Geist gelüstet auch wider das Fleisch, ist ihmzuwider und bestreitet es, willigt in sein Begehren nicht,sondern hasset und verwirft es, weil es Gott und seinemallein guten Willen zuwider ist. Der Geist wachet undkämpfet, seufzet nnd bethet gegen alle sündliche Neigungenund Begierden des Fleisches. Er läßt es in keinem Stückeseine Geschäfte ungehindert treiben, will keine seiner Nei-gungen und Versuchungen weder zur Unkeuschheit, nochzur Unmäßigkeit, weder zum Geiz und zur Ungerechtigkeit,noch zum Haß, Zorn und Rachsucht, weder zum Stolzund Hochmuth, noch zu irgend einer andern Sünde auf-kommcn und herrschend werden lassen, sondern sucht sie zu