Nöm. 8 : Wer will uns scheiden von der Liebe Christi?Trübsal oder Angst? oder Verfolgung? oder Hunger?oder Blöße? oder Fährlichkeit? oder Schwerdt? wie denngeschrieben steht, um deinct willen werden wir getödtetden ganzen Tag z wir sind geachtet wie Schlachtschafe.Aber in dem allen überwinden wir weit, um deß willen,der uns gcliebet hat. Wenn es auch der Welt und denGläubigen selbst in schweren langwierigen Leiden, Verfol-gungen und Anfechtungen so vorkommt, daß die Liebe desHerrn zu ihnen erloschen sei und sein bedrängtes Zion klagt:der Herr hat mich verlassen, der Herr hat meiner ver-gessen, so antwortet er: Kann auch ein Weib ihres Kind-leins vergessen, daß sie sich nicht erbarme über den Sohnihres Leibes? Und ob sie desselbigen vergäße, so will ichdoch deiner nicht vergeßen. Jes. 49. Denn Christi Liebezu seinem Volk ist stark wie der Tod, ihr Eifer ist festwie die Hölle.
So kann und muß aber auch die Liebe der Gläubigenzu Jesu werden. Stark wie der Tod, daß sie Alles, wassie hindern und stören will, Sünde, Welt und Teufel,Furcht vor Menschen und vor Leiden überwindetz — daßsie in ihrem Eifer fest wird wie das Grab, ernstlich undstandhaft gegen Alles kämpfet, was ihr zuwider ist, undsie von ihrem geliebten Heiland abwendig machen will,keine Lauigkeit und Trägheit in seinem Dienste, keine Un-lauterkeit und Doppelherzigkeit, keine sündliche Welt- undEigenliebe an sich duldet, sondern darüber unwillig wird,dagegen eifert und streitet, um Jesu mit reiner Liebe an-zuhangen. Die Glut ihrer Liebe, diese heilige Flammedes Herrn, die er in ihnen angezündet hat, kann undmuß auch so feurig werden, daß alle Wasser der Trübsal,alle Ströme der Versuchung, Verfolgung und Leiden sienicht auslöschen können, sondern sie ihrem Heiland treubleiben, ihm mit Glauben und Liebe anhangcn bis anden Tod.