Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
278
Einzelbild herunterladen
 

273

so erhellet daraus, daß die Braut hier sowohl die LiebeChristi zu ihr , als ihre Liebe zu Christo beschreibet. DieLiebe Christi zu seiner Braut, seinem geliebten Volk undEigenthum, zu einer-jeden gläubigen Seele, die dazu gehört,ist stark wie der Tod, dem nichts widerstehen kann, deralles Sterbliche überwindet z der Eifer seiner Liebe ist festwie die Hölle oder das Grab, das verschlingt und fest hält,was ihm übergeben wird. Ihre Glut und Flamme ist sodauerhaft und beständig, daß keine Wasser der Trübsal undLeiden, keine Ströme der Versuchungen und Verfolgungensie auslöschen und ersticken können.

So hat sich die Liebe Christi in der Erwerbung unsersHeils bewiesen, und. so beweiset sie sich auch in der Zueig-nung desselben.

Die Liebe Jesu zu den Seinen, die ihm der Vater ge-geben und deren Erlösung er übernommen hatte, war starkwieder Tod, und überwand alle Schwierigkeiten, Hinder-nisse und Feinde. Ihre Erlösung konnte ohne seine tiefsteErniedrigung und gänzliche Aufopferung für sie nicht ge-schehen. Aber seine Liebe war so stark, daß sie ihn dazubewog, ihn bewog den Thron seiner Herrlichkeit zu ver-lassen, und ihre Natur an sich zu nehmen, ein Mensch, einarmer , verachteter und geplagter Mensch zu werden, > dieallerschmerzlichsten, schmählichsten und bangsten Leiden zuerdulden, die allerniedrigste Stufe der Menschheit zu be-treten und als ein verurtheilter Mißcthater, der des Le-bens und der menschlichen Gesellschaft nicht mehr wcrth ist,am Kreuz zu sterben, um ihr Versöhner und Erlöser seynzu können. Seine Liebe überwand alles Grauen vor ei-nem solchen, Leiden. Ihr Eifer war fest wie die Hölle.Sie hielt die ihm vom Vater Gegebenen und das über-nommene Werk ihrer Erlösung mit unüberwindlicher Stand-haftigkeit fest. Mit Eifer bekämpfte und besiegte er alleHindernisse und Feinde. Selbst gegen seinen Jünger ei-ferte er und schalt ihn einen Satan, als er ihm das Lei-den und Sterben abrathen wollte. Keine Fluthen derLästerungen und Verleumdungen, der Versuchungen undVerfolgungen, der Aengsten und Martern, die ihn über-schwemmten, konnten die feurige Glut und Flamme seiner