Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
272
Einzelbild herunterladen
 

272

Wie gut stände es um uns, wenn ^ dies unser allerSinn wäre, welch ein angenehmes Dankopfer würde esdem Hsrrn seyn! Ihn in uns zu erwecken und zu ver»mehren, wollen wir denn

I. Die Bitte der Braut Zesuz

II. Ihr Zeugniß von der Liebe Zesu, naher betrachten.

i. TV eil.

Die Bitte der Braut Zesu zu ihm, ihrem himmli»schen Bräutigam ist in dem ersten Theil unseres Textes,in den Worten enthalten: Setze mich wie ein Sie»gel auf dein Herz und wie ein Siegel auf dei»nen Arm.

Diese Bitte zeuget von inniger Hochschätzung des HerrnZesu, seines Mittleramts, und seines Heils und seiner Liebe,von völliger Uebergabe des Herzens an ihn und von Der»langen nach Bewahrung und Befestigung in seiner Ge»meinschaft, nach mehr Genuß und Erfahrung seiner Liebe,nach mehr Treue und Beständigkeit in der Liebe zu ihm.Sie ist darum sehr nachahmungswürdig und einer nähernBetrachtung werth, um diese Gesinnungen, die für unsso geziemend, so nöthig und nützlich sind, in uns zu wek»ken und zu stärken.

Die Bitte ist in bildlichem Ausdrucke abgefaßt undmuß aus den Gebräuchen der Alten und den Bedeutungen,die ein Siegel bei ihnen hatte, erklärt werden. Die Al»ten pflegten die Namen und Bildnisse geehrter und gelieb»ter Personen, in Siegel, Siegelringe und Steine einzu»graben, sie auf ihrer Brust und an ihrem Arm zu tragen,um das Andenken an sie zu unterhalten, ihre genaue Der»einigung mit ihnen, ihre Werthschätzung, Liebe, Hochach»tung und Fürsorge für sie auszudrücken. So lesen wir2. Mos. 28. daß Gott dem Aaron befahl, daß er durchdie Steinschneider, die da Siegel graben, die Namen der