Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
258
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ist. Denn der Herr hat ihm alle seine Sünden so voll-kommen vergeben, daß er ihrer nicht mehr gedenken will,und weil er ihn in Christo ansiehet, so ist und bleibt erihm bei seinen Mängeln und Gebrechen angenehm in sei-nem Sohn, dem Geliebten, so daß er seine Gnade unge-hindert über ihn kann walten lassen und alle seine Voll-kommenheiten zu seinem Besten anwenden. Hingegen hatauch die begnadigte Seele des Gläubigen allem Dienstder Sünde entsagt, hängt mit aufrichtigem Herzen demHerrn an, sucht ihre Freude darin, daß sie sich zu ihmhält und ihre Zuversicht auf ihn setzt. Sein Wort istihres Fußes Leuchte und ein Licht auf ihrem Wege. Siemacht es zur Richtschnur ihres Sinnes und Wandels, ih-res Thuns und Lassens. Sie nimmt in allen Angelegen-heiten zu ihm ihre Zuflucht, und der Herr erhört sie auchund thcilt ihr Alles mit, was zu ihrer Seligkeit vonnöthenist, zu der Zeit, in der Ordnung und in dem Maaß, wieer es nach seiner Weisheit für das Beste erkannt, bis ersie in seine unmittelbare Gemeinschaft einführt und mitdem Licht seines Antlitzes sättiget.

2) Aus dem Frieden mit Gott, der höher ist dennalle Vernunft, entspringt der Friede im Gewissen, dieRuhe der Seele. Wenn ein Mensch in wahrer Buße zusich selber kommt und sein Gewissen aufwacht, dann wirder mit Furcht, Unruhe und Traurigkeit erfüllt, das Ge-wissen hält ihm seine Sünden, wie in einer Handschriftvor, verklagt, ängstigt und verdammt ihn darüber, bis esmit dem Blute Christi besprengt wird und der heiligeGeist als der rechte Tröster ihm die versöhnende Kraftdieses Blutes zueignet und den Frieden Gottes in demsel-ben schmecken läßtz dann kommt Friede und Ruhe in diegeängstigte Seele. Dieser liebliche Friede der Seele, derdie Beunruhigung des Gewissens hebt durch den Glaubenan die gnädige Vergebung unsrer Sünden, der so er-quickend, wohlthuend, stärkend und erfreuend ist, wird nichtimmer gleich empfunden, sobald der Mensch als bußfertigund gläubig im Gerichte Gottes gerecht gesprochen wird. und mit Gott Friede erlangt. Den Frieden mit Gottkann der Mensch eine Zeit lang haben, ehe er in seinem