Herzen davon versichert wird und zum Frieden der Seelekommt. Er kann aber auch diesen Frieden der Seeledurch Trägheit, Untreue, Zweifelsucht und Anfechtungenwieder verlieren. Darum wünschte Paulus, der es auseigner Erfahrung wußte, wie heilsam der Friede derSeele und ein gutes Gewissen sei, daß doch alle Chri»sten gleich ihm durch den Frieden mit Gott, durch diegläubige Erkenntniß und den frohen Genuß desselben, zumFrieden der Seele gelangten und darin befestigt würden,ihn bewahrten und dadurch in ihren vielen Trübsalenreichlich getröstet würden.
Z) Aus dem Frieden mit Gott entspringt aber nichtallein der Friede der Seele, sondern auch der Friede mitallen Freunden Gottes, mit allen Gläubigen auf Erden,mit allen heiligen Engeln und vollendeten Gerechten imHimmel. So lange wir Gottes Feinde sind und derSünde dienen, können sie uns nicht als ihre Freunde an»sehen z aber haben wir Friede mit Gott erlangt, ist überunsre Buße Freude im Himmel gewesen, dann neigt sichihr Herz auch zu uns als ihren Mitknechten und Miterben.Darum heißt es Ebr. 12. zu den Gläubigen: Ihr seidgekommen zu der Menge vieler lausend Engel und zu derGemeine der Erstgebornen, die im Himmel angeschriebensinv.
4 ) Zu dem Frieden, den Paulus den Christen wünscht,gehört aber auch der häusliche und bürgerliche Friede, inso fern er mit dem Frieden Gottes und der Seele bestec-hen kann z das gute Vernehmen, das ruhige und einträch»tige Zusammenleben mit unfern Hausgenossen, Verwandtenund Nachbarn, mit denen wir Umgang und Gemeinschafthaben müßenz so daß keiner den andern hasset und benei»dct, mit Worten oder Thaten kränket und beleidigt, son»dern ein jeder sich befleißigt, die Pflichten seines Berufstreulich zu erfüllen, einer dem andern zu dienen und zunützen, sich gegenseitige Beweise der Achtung und desWohlwollens zu geben, weil dadurch unser leiblicher undgeistlicher Wohlstand befördert, da er hingegen durch Haßund Neid, Zorn, Zank und Streit zerrüttet wird.