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r. Th eil.
Weil die-wahre brüderliche Liebe der gläubigen Chri-sten gegen einander einig und herzlich, theilnehmend undwirksam ist, sich besonders durch Fürbitte für einanderthätig beweiset: so wissen sie auch gerne, wie es um dieGeliebten steht, und theilen ihnen auch gerne Nachrichtenvon sich mit, damit sie wissen, um was sie vorzüglich fürihre Freunde zu bethen haben, aber auch versichert seynkönnen, daß diese ihre Umstände und Angelegenheiten demHerrn vortragen.
Die brüderliche Liebe der Gläubigen unter einandermuß auch von Zeit zu Zeit durch Nachrichten und Besu-che aufgeregt, neu belebt und genährt werden, damit sienicht erkalte, ihre Wärme und Wirksamkeit nicht verliere zdenn je mehr sie gepflegt und genährt wird, desto thäti-ger ist sie auch in der Fürbitte für die geliebten Mit-gläubigen und desto geschickter, heilsame Ermahnungen undBelehrungen von ihnen anzunehmen und sie ihnen zu geben.
Das Alles wußte und beherzigte Paulus, dem der Herrein reiches Maaß der Liebe und der Weisheit gegebenhatte z darum blieb er auch unter allen Leiden und Verfol-gungen darauf bedacht, sich nach dem Zustand der christ-lichen Gemeinen zu erkundigen und ihnen Nachricht von sichmitzutheilen. Denn er liebte die Gemeinen, die er ge-pflanzet und begossen hatte durch die Lehre des Evange-liums. Die gläubigen Glieder derselben waren ihm sehrwerth als ein theuer erkauftes Eigenthum Jesu Christi.Die Redlichen und Unverführten unter ihnen liebten ihn auchals ihren Bruder in dem Herrn, ja als ihren geistlichenVater, von dem sie Segen und Erbauung durch seinePredigten oder Briefe gehabt hatten. Sie dachten vielan ihn, nahmen an seinem Schicksale innigen Antheil undwaren begierig, von Zeit zu Zeit zu vernehmen, wie esum ihn stehe. Diese ihre Begierden und Wünsche erfüllteer gerne, wenn es ihm auch Mühe und Aufopferung kostete,weil ihm ihre Liebe sehr angenehm war und er sich ge-