Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
215
Einzelbild herunterladen
 

leicht von geistlicher Trägheit angefallen und überwunden,wenn sie sich nicht täglich zu neuem Ernst im Wachensowohl als Bethen ermuntern. Darum ermahnet sie Pau-lus auch in unserm heutigen Texte, zu wachen mit allemAnhalten. Möchten dadurch Schlafende aufgeweckt, Trä-ge ermuntert und Wachende im Wachen gestärkt werden!

»

T e? 1.

Ephcser 6, 18.

Die letzte Waffe, die der heilige Paulus den gläubi-gen Streitern Jesu Christi aus der geistlichen Waffenrü-stung Gottes empfohlen hatte, und die wir heute vor i/sTagen betrachteten, ist das Gebeth: Und bethet stets inallem Anliegen mit Bitten und Flehen im Geist, ruft erihnen im Anfänge unseres Textverses zu. Denn er wußtees durch göttliche Belehrung und aus eigener Erfahrung,wie nöthig den Christen das Gebeth in allen Umständenund Angelegenheiten, besonders auch in ihrem geistlichenStreite ist; wie wenig sie wider ihre geistlichen Feindeausrichten können, wenn sie nachlässig im Gebeth sind;wie viel Muth und Kraft, Sieg und Segen eine fleißigeUebung desselben bringt-, wie furchtbar diese Waffe ihrenFeinden ist. Ohne Gebeth können wir auch keine derübrigen Waffen mit siegreichem Erfolg ergreifen und ge-brauchen. Der Herr, muß uns die Fertigkeit und Kraftdazu schenken, wir aber mäßen ihn im Gefühl unsereseignen Unvermögens darum anrufen- Denn er hat inseinem ewigen Rath und in seinem untrüglichen Wort dasBitten und Geben, das Suchen und Finden, das Anklop-fen und Aufthun mit einander verbunden. Er hat diegrößten Verheißungen auf das Gebeth gelegt und es unsals ein Mittel angegeben, alles Gute von ihm zu erlan-gen, das zu unserm Heil vonnöthen ist, um uns zum Ei-fer und Fleiß in demselben zu ermuntern. Jesus Chri-stus, unser Vorgänger im Streit, der Herzog unserer