und um die Vermehrung derselben bitten, damit sie derErmahnung des Apostels in unserm Texte: Bethet stets inallem Anliegen mit Bitten und Flehen im Geist, immertreuer zu ihrem Heil, Sieg und Segen Nachkommenkönnen.
Anwendung.
Wie sehr müßte es uns freuen, geliebte Zuhörer, daßder hohe und allgenugsame Gott uns erlaubt stets in allemAnliegen mit Bitten und Flehen vor ihn zu kommen, jacs nicht allein erlaubt, sondern es uns befiehlt und durchgroße Verheißungen, die er auf das Gebeth gelegt hat,uns dazu zu bewegen sucht; da unsre Bedürfnisse, beson»ders die geistlichen, so groß und wir selbst so unvermögendsind, ihnen abzuhelfen, da der Herr uns so viel gebenkann und will, daß wir seiner Gaben die Fülle, Lebenund volles Gnüge haben; da wir in dieser argen Weltmit so vielen Gefahren, Versuchungen und Feinden um»geben sind, die uns ins Verderben zu ziehen suchen unddie wir in eigner Kraft nicht besiegen können, die unsaber der Herr will überwinden helfen und uns noch dazuals Ueberwinder ehren und krönen will.
Wie undankbar wären wir gegen den Herrn, wie lieb»los gegen uns selbst, wenn wir es uns nicht angelegenseyn ließen, stets und im Geist zu bethem Dennoch giebtes deren unter uns so Viele, die sich wenig mit dem Ge»beth beschäftigen. Ein jeder denke hiebei über sich nachund bringe die Ermahnung des Apostels in unserm Textmit dem, was darüber gesagt worden, an sein Herz, fra»ge sich: wie steht es mit dir und deinem Gebeth? Hastdu gerungen, daß du durch die enge Pforte aus dem Reichdes Satans in das Reich Gottes gekommen bist? Suchst dunun täglich mit Bitten und Flehen Kraft bei dem Herrn,den gutenKampf des Glaubens fortzukampfen, die Feinde undHindernisse deiner Seligkeit zu besiegen? Wenn das nichtist, so bedenket doch, wie gefährlich es um eure Seele steht.
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