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het mit dem Herzen und Munde zugleich, wenn wir dieEmpfindungen und Begierden unseres Herzens mit lautenWorten vor dem Herrn aussprechen. Auf diese letzteArt mäßen wir bethen, wenn wir allein sind, weil deut-lich ausgesprochene Worte unsre Andacht beleben und er-höhen. Auch unser Heiland, der Gott immer vor Augenhatte und fein Herz zu ihm gekehrt hielt, bethete laut,wenn er in der Einsamkeit und mit seinen Jüngern al-lein war. Das erste aber, das stille Gespräch unseresGeistes und Herzens mit unserm überall nahen und all-wissenden Gott, muß dann von uns geübt werden, wennwir unter andern Menschen sind, bei unfern Berufsge-schäften, auf unfern Wegen und wo wir nicht schicklichlaut bethen können. Denn da wir stets bethen und un-sere Herzen überall mit Glauben und Liebe an Gott han-gen sollen; die meisten aber den Tag durch selten Gele-genheit haben durch ein lautes Gebeth mit Gott umzuge-hen: so mäßen wir uns desto mehr an die stille Unterre-dung mit Gott in unserm Herzen gewöhnen. Wer nie mitGott umgeht und spricht, als wenn er laut bethet, umdessen Anliegen und Verlangen nach seinem Heil, um dessenKampf gegen seinen geistlichen Feind stehet es auch nochmißlich. Denn wenn uns eine Sache besonders wich-tig ist, so ist sie auch unserm Gemüth immer gegenwär-tig, und wenn wir jemand vorzüglich lieben, so denkenwir immer an ihn und reden gerne mit ihm.
Im Geist bethen, heißt aber auch, unter dem Ein-stuß, Beistand und Bewirkung des heiligen Geistes bethen;denn der heilige Geist muß uns durch seine Gnade in denStand setzen, auf eine gottgefällige und erhörliche Weise,mit einem ehrerbietigen, gnadenhungrigcn und demüthigen,gläubigen und dankbaren Herzen zu bethen. Darum heißtes Zach. 12: ein Geist der Gnade und des Gebeths, undPaulus schreibet Röm. 8 : Der Geist hilft unserer Schwach-heit auf., Denn wir wissen nicht, was wir bethen sollen,wie sichs gebührt, sondern der Geist vertritt uns am be-sten mit unaussprechlichen Seufzern. Daher mäßen Chri-sten auf den Trieb des heiligen Geistes sorgfältig merkenund ihm folgen, sich seiner Bewirkung ganz übergeben