Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
207
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in mir wache ich frühe zu dir. Paulus und Silas Ke»ff theten und lobten Gott des Nachts im Gefängniß zu Phi»

I liphi. Stets sollen Christen bethen, zu aller Zeit, sie

möge beschaffen seyn wie sie wolle, in guten und bösenl Stunden, in Glück und Unglück, in Traurigkeit und Fröh»

k lichkeit-, durch nichts sollen sie sich hindern und abhalten

s lassen z was sie abhalten will, müßen sie zu Gebeth machen,

s Wenn sie sich nicht geneigt und geschickt zu bethen fühlen,

so sollen sie es dem Herrn klagen und um den Geist desGcbeths anhalten, damit sie nicht vom Herrn entfremdetund von ihren Feinden überwältigt werden. Darauf sol»len sie bedacht sein, daß ihr Herz in eine stete Zukehrungzu Gott komme und es ihre Freude werde, daß sie sich zuihm halten. Sie sollen ihn so lieben, ihm so anhangen,daß sie ein Geist mit ihm werden und in einer innigenGemeinschaftsübung mit dem Herrn leben, sich so an ihnhalten, den sie nicht sehen, als sähen sie ihn, sich so anihn gewöhnen, daß ihnen das Umgehn mit dem Herrn so' eigen werde wie das Athemholen, daß sie Alles mitRücksicht auf den Herrn thun, das sie den Herrn allezeitvor Augen haben und seiner eingedenk bleiben, in der Ruheund Arbeit, zu Hause und auf ihrem Wege, in der Ein»samkeit und unter Menschen. Das ist es, was Paulusfordert, wenn er sagt: Bethet stets in allem Anliegen mitBitten und Flehen im Geist.

2) Er bestätigt dieses durch den Zusatz »im Geistz«denn damit zeigt er uns, wie das stete Bethen am bestengeschehen könne und wie cs beschaffen seyn mäße. Durchden Geist haben wir hier so wohl den Geist der Men»sehen, als den Geist Gottes zu verstehen, weil wir inbeiden (es möge laut oder stille verrichtet werden) be»then müßen.

Unser Geist muß allezeit bei unserm Bethen geschäftig> seyn und Theil daran nehmen, damit unser Bethen keini andachtsloses Lippengeplerre sey. Das Gebeth geschehet

H auf zweierlei Weise, entweder mit dem Herzen allein,

s durch die Gedanken, Begierden und Seufzer desselben,ff wovon David sagt: Herr, vor dir ist alle meine Begierde,

!- und mein Seufzen ist dir nicht verborgen. Oder es geschie»