Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
199
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sey^ wie wenig wir gegen unsere geistlichen Feinde undihre Versuchungen ausrichten können, wenn wir nachlässigim Gebethe sindz wie viel Muth und Kraft und Sieghingegen die fleißige Uebung desselben gewährt, wie furcht»bar diese Waffe dem Feind ist.

Ohne öfteres, ernstliches und gläubiges Gebeth könnenwir keine der übrigen Waffen recht ergreifen und mit Se»gen gebrauchen. Denn der Herr muss uns die Kraft undFertigkeit dazu schenken, und wir sie deswegen im Gefühlunserer Ohnmacht und Untüchtigkeit durch das Gebeth beiihm suchen. Du kannst mich rüsten mit Stärke zumStreit, du kannst unter mich werfen, die sich wider michsetzen, spricht daher David zu dem Herrn, seinem Gott.Ps. i8, 40.

Das Gebeth hat oft im leiblichen Streit mehr aus»gerichtet als Rosse und Wagen, Schwerdter, Spieße undBogen, wie wir an Mose, David, Assa und Josaphatsehen. Wie viel nöthiger ist es dann im geistlichen Streit,worin mit eigner Kraft nichts ausgerichtet wird. Be»thend müssen wir den Kampf gegen die Feinde unseresHeils anfangen und bethend ihn fortsetzen, wenn wir über»winden und die Krone des Lebens erlangen wollen. Dießlehrt uns Jesus, der Herzog unserer Seligkeit, unser Vor»gänger im Streit und Sieg, durch sein eigenes BeispieleCr hat, wie Paulus Ebr. 5 , 7. bezeuget, am Tage sei»ncs Fleisches Gebeth und Flehen mit starkem Geschrei undThränen geopfert zu dem, der ihm vom Tode konnte aus»helfen, und ist auch erhöret, darum, daß er Gott in Ehrenhatte. Auch am letzten Abend seines Erdenlebens sing erseinen Kampf, den harten und entscheidenden Streit mitder ganzen Macht der Finsterniß, mit Bitten und Flehenan, setzte ihn bethend und ringend fort, bis er den Siegvollendet hatte. Hierin müssen wir unserm Haupt undHeerfürstcn folgen. Alle, die ihm angehören und unterseinem Panier streiten, müssen sich mit Gebeth rüsten,durchs Gebeth die Kraft zum Kampf und den Sieg ihrerWaffen bei dem Herrn suchen, der selber sagt: Ohne michkönnt ihr nichts thunz aber auch verheißen hat, dass erseine Kraft in den Schwachen wolle mächtig seyn lassen.