unfern Willen zur Annehmung der Wahrheit neigen. Ermuß was Neues in uns schaffen, göttliches Licht und gött»liehe Kraft zum Glauben unsrer Seele mittheilen z darumheißt er auch der Geist des Glaubens.
Wo dies durch den heiligen Geist geschehen ist, da fol»gen auch die wesentlichen Thaten des Glaubens, das Der»langen nach Jesu und Zufluchtnehmen zu ihm, das An»nehmen und Ergreifen desselben zu unserm Seligmacher,das Ucbergeben und Zusagen unsrer selbst an ihn zu sei»ncm ewigen Eigenthum, woraus allmählig ein Zuversicht»liches Verlassen und Vertrauen auf ihn, auf seine Ver»dienste und Verheißungen entsteht, und unfern Glaubenvollständig macht. Siehet der Mensch auf der einen Seitesich selbst in seinem elenden, verschuldeten, verlornen undunglückseligen Zustand, so macht ihn dies bekümmert undtraurig, begierig nach Hülfe und Erlösung, und weil erauf der andern Seite erkennt und glaubt, daß sie alleinin Jesu zu finden ist, so wird ihm Jesus dadurch überAlles groß, theuer, werth und köstlich z sein Herz wirdvon ihm eingenommen und zu ihm hingezogen. Er hältdiejenigen für die glücklichsten Menschen, die mit ihm ver»einigt sind, in ihm Gerechtigkeit und Stärke gesuchet undgefunden haben. Er sehnt sich nun nach nichts so sehr alsauch für seine Person Anthcil an Jesu und seinem Heil zuerlangen, mit ihm vereinigt und in ihm erfunden zu wer»den. Sein Herz geht mit seinem sehnsuchtsvollen Verlangennach ihm aus, das die heilige Schrift seiner Stärke undBeständigkeit wegen mit Hunger und Durst vergleicht. Erlegt es ganz darauf an, daß er Jesum als seinen Erlösererfahre und sein seliges Eigenthum werde. Er sprichtmit Hiob: Ach daß ich wüßte, wie ich ihn finden und zuseinem Stuhl kommen möchte! Er nimmt auf den Rathdes Evangeliums mit seinem ganzen Elend seine Zufluchtzu ihm, und streckt gleichsam seine Hand unabläßig nachihm aus, ohne ihn kann und will er nicht länger leben.Er hält ihn an, daß er doch sein Erretter, Bürge undMittler seyn wolle. Oft spricht er wie Jakob mit Thrä»nen zu ihm: Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn.Alle Sandgründe, worauf er sonst baute, giebt er daran,