Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
142
Einzelbild herunterladen
 

größte Schande gehalten. Wer den Schild sich nicht neh-men ließ, sondern ihn fest hielt, wurde als ein Held ge-priesen, wenn er auch der Gewalt seiner Feinde unter-liegen mußte.

Was nun der Schild den alten Kriegsleutcn war, dasist der Glaube den geistlichen Streitern Jesu Christi.Darum müßcn wir ihn etwas näher betrachten.

Der lebendige, gerechte und seligmachcnde Glaube, wo-von hier Paulus redet, den er den Schild der Christennennet, setzet zweierlei voraus, nehmlich eine lebendige Er-kenntniß der göttlichen Wahrheit, und eine aufrichtige Zu-stimmung an dieselbe. Diese beiden Stücke sind so nöthig,daß kein wahrer Glaube ohne dieselben Statt haben kann.Der Gegenstand dieser Erkenntniß und Zustimmung ist über-haupt das ganze Wort Gottes z insbesondere aber sindes die zwei Hauptwahrheiten, daß wir Alle gefallne Men-schen, elende Sünder sind und Jesus Christus der Heilandder Sünder ist.

Sein eignes Elend muß der Mensch gründlich erkennen.-Von seinen Sünden, ihrer Menge und ihren erschweren-den Umständen, ihrer Schändlichkeit und traurigen Wirkun-gen, von seiner Verdorbenheit und Unreinigkeit, von seinerschweren Verschuldung und seinem gänzlichen Unvermögensich selbst zu helfen, muß er eine lebendige Ueberzeugung habenund demjenigen, was das Wort Gottes von dem Verder-ben, Elend und der Verdammnißwürdigkeit des Sünderslehrt, mit Zueignung auf sich selbst von Herzen zustimmen.Zugleich muß er aber auch den Herrn Jesum kennen als deneinzigen und allgenugsamen Seligmacher der Sünder, mußvon seiner Nothwendigkeit und Vortrefflichkeit überzeugtseyn, und dem in seinem Herzen Beifall geben, was dasWort Gottes davon sagt.

Diese lebendige Erkenntniß seiner Sünde und seinesElends, der Nothwendigkeit und Vortrefflichkeit des HerrnJesu hat kein Mensch von Natur. Der heilige Geist mußsie durch sein Wort und seine erleuchtende Gnade in unswirken. Er muß uns erleuchtete Augen des Verständnissesgeben, uns in unserm Elend und Jesum in seiner Allge»nugsamkeit zu erkennen, muß durch seine herzlenkende Kraft