Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
144
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alle Feigenblätter, womit er sich sonst bedeckte, wirft erweg und läßt alle falsche Stütze fahren. Seine eigne Ge»rechtigkeit kommt ihm nun als ein bestecktes Kleid vor,und seine besten Werke findet er ganz stündlich z darum ver»leugnet er seine eigne Gerechtigkeit und mit derselbenauch alle eigne Kraft, Ehre und Willen, weil er weiß,daß er ist elend und jämmerlich, arm, blind undbloß. Zcsum begehrt er zu seiner Weisheit und Ge»rechtigkeit und Heiligung und Erlösung. Denn derwahre Glaube nimmt Jesum allein und ganz an.

Mit solcher Annahme des Herrn Jesu geht auch beieiner heilsbegserigen Seele eine gänzliche und aufrichtigeUebergabe an ihn verpaart. Sie bietet sich ihm an undbittet ihn, daß er sie als sein theuer erkauftes Eigen»thum ansehn, als einen Lohn seiner blutsauren Arbeit hin»nehmen, sie zu seiner Ehre selig machen wolle von ihrenSünden. Sie erklärt sich ganz für ihn, und bezeugt sichwillig, es allein mit ihm zu halten und zu leben,wenn er ihr seine Gnade dazu schenken werde. Diesthut sie oft. Sie erscheint täglich vor ihm als demeinigen und barmherzigen Hohenpriester, um durch seinOpfer und seine Fürsprache Vergebung ihrer Sündeund Gnade bei Gott zu erlangen, durch seine Gerech»tigkeit gerecht und mit seinem Blut in ihrem Gewissenbesprengt zu werden. Sie stellt sich daneben diesem ver»hcrrlichten König zum heiligen Gehorsam dar und bit»tet, daß er das Wollen und Vollbringen des Guten inihr wirke. Zm Gefühl ihrer eignen Ohnmacht und desWiderstrebens ihrer verderbten Natur, bei dem Be»wußtseyn, daß sie, mit vielen Gefahren, Versuchungenund Feinden umgeben ist, die ihr zu mächtig sind, bit»tet sie ihn, ihren allmächtigen Herrn und gnädigen König,daß er sie mit seinem Wort und Geist regiere, seine Kraftin ihrer Schwachheit mächtig seyn lasse, ihr helfe dasFleisch kreuzigen sammt seinen Lüsten und Begierden, siestärke, den Versucher und seine listigen Anläufe zu über»winden, ihr aus seiner Fülle Gnade um Gnade schenke.Sie ruft ihn an, daß er als ihr Prophet und Lehrer sieunterweise und ihr den Weg zeige, den sie wandeln solle,'